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auch ältere Meldungen für das Nachvollziehen der Sachlage verfügbar bleiben!  Der Autor


Stimmen aus der Presse: 2009  2008  2007  2006


25.10.2009

• Noch immer keine Nachnutzung für den Flughafen Tempelhof (Artikel gekürzt)
In jener Nacht, als die letzten Flieger von Tempelhof abheben, ist Senatsbaudirektorin Regula Lüscher nicht anwesend. Der Mutter aller Flughäfen geben andere das letzte Geleit. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat bereits das Weite gesucht, als kurz vor Mitternacht "Time To Say Goodbye" erklingt, die Propeller von Rosinenbomber und Ju 52 dröhnen.

Um 23.59 Uhr rollen die beiden Oldtimer in die Dunkelheit und heben von der Startbahn "two seven right" zum Abschiedsflug ab. Ein rührender Moment, das Ende eines Kapitels Luftfahrtgeschichte.
Am Freitag wird es genau ein Jahr her sein, dass der Flughafen geschlossen wurde. Der Zorn vieler Berliner hat sich inzwischen gelegt, geblieben sind Ernüchterung, Erwartungen oder Neugier, was die Zukunft bringen wird. (...)
Ein Jahr nach der Schließung liegt noch keine schlüssige Idee für die Nachnutzung vor. Stattdessen wurde das gigantische Gebäude mit Events und Messen angefüllt. Böse Zungen sprechen von "Wowis Reste-Rampe", die Senatsbaudirektorin von "Zwischennutzung".
Ein Jahr nach der Schließung des Flughafens Tempelhof ist immer noch unklar, was mit dem denkmalgeschützten Gebäudes geschehen soll. Bislang wird der ehemalige Innenstadt-Airport mit Messen und Events gefüllt. Immerhin 53 Verträge liegen für 2009 vor. Zwischennutzung nennen das manche. Klaus Wowereits Reste-Rampe andere.

Aber immerhin konnte das Betriebsdefizit von 14 Millionen Euro im Jahr der Schließung nach Auskunft der Berliner Immobilienmanagement Gesellschaft (BIM) auf 11,8 Millionen Euro gedrückt werden. Und die Veranstaltungen erfreuten sich doch einiger Beliebtheit. 2010 soll das Minus nur noch 8,7 Millionen, 2011 etwa 8,6 Millionen Euro betragen. "Insgesamt werden wir 53 Verträge in diesem Jahr für die Eventfläche abgeschlossen haben", so BIM-Sprecherin Katja Potzies. So wurde im ersten Jahr nach der Schließung in Tempelhof Feuerwerk gezündet, Mode gezeigt, gerockt, geritten, gelaufen, mit Snowboards, Motorrädern oder Skiern durch die Luft geflogen. Heute sollen Elektrofahrzeuge über das Vorfeld düsen.
Während die Grünen dem Flughafen anders als CDU und FDP nicht nachweinen, haben alle drei Parteien eines gemein: Sie halten die Nutzung als Event- und Messestandort für problematisch. Nicht nur, dass der Zehnjahresvertrag mit der Bread&Butter-Modemesse jedwede dauerhafte Nutzung von Hangars und Haupthalle verhindert. Auch könnte ein Messestandort in Tempelhof zum finanziellen Bumerang werden, sagt Franziska Eichstädt-Bohlig, Abgeordnete der Grünen. "Denn die Mieter werden nie in das Gebäude investieren. Das wird immer der Senat tun müssen." Tempelhof stehe auch ein Jahr nach der Schließung für Konzeptlosigkeit. So sieht es die Opposition.
Die FDP hält die Einwicklung für ein Drama. Schließlich war Tempelhof ein funktionierender Flughafen. "Als Geschäftsreiseflughafen hätte man ihn erhalten können. Die hätten ja gar nicht die gesamte Fläche gebraucht", sagt der FDP-Abgeordnete Klaus-Peter von Lüdeke. Jetzt bewahrheite sich, was die Tempelhof-Befürworter immer gesagt hätten: Am BBI wolle man diese kleinen Maschinen nicht mehr dulden, weil sie den Betrieb der großen Flieger aufhielten. Die sollen jetzt ins entfernte Schönhagen ausweichen.
"Bisher nur Kosten aufgelaufen"
Die CDU spricht bereits von einem "Millionengrab für den Steuerzahler", das die vorzeitige Schließung des Flughafens verursacht habe. "Bislang sind nur Kosten aufgelaufen, ohne dass ein Nachnutzungskonzept aus einem Guss zu erkennen ist", sagt der CDU-Finanzexperte Florian Graf.
Diese Herkulesaufgabe wollen nun die Manager des Wissenschafts- und Technologieparks Adlershof, Hardy Schmitz und Gerhard Steindorf, erfüllen. Beauftragt wurden sie von der Stadtentwicklungsverwaltung, unter der planerischen Obhut der Senatsbaudirektorin. Was ihre Behörde bislang nicht geschafft hat, obliegt nun den Adlershofern. 33 Millionen Euro sind dafür für die nächsten zehn Jahre eingeplant. Selbstkritisch spricht man im Haus der Senatsbaudirektorin von einem Professionalisierungsprozess, der nun einsetze. Ab Januar, so es der Senat beschließt, werden die Adlershofer das Projekt Tempelhof als Träger in die Hand nehmen und steuern.

"Ziel ist zunächst ein Leitbild, das bis Mitte Juni vorliegen soll", sagt Hardy Schmitz. Beliebige Events soll es künftig nicht mehr geben. In Gesprächen mit potenziellen Nutzern wie Verbänden der Automobilindustrie, mit Interessenten an einem "interreligiösen Dialog", mit der Gesundheitswirtschaft oder mit Vertretern der Kunst versuche man derzeit, ein Dachthema zu finden. Als Beispiel nennt Schmitz museale Nutzungen oder das Thema "urbane Mobilität". Ziel jedenfalls ist es, dem Standort wieder zu seinem Image als weltweit bekannte Marke zu verhelfen. Bis es so weit ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. Zuvor, voraussichtlich im Mai, öffnet Senatsbaudirektorin Regula Lüscher erst einmal das Tempelhofer Feld. Die Berliner können sich dann einen Eindruck von der Weite verschaffen und - wie die Senatsbaudirektorin - mitten auf der Startbahn vom Himmel über Berlin träumen.
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Quelle: Berliner Morgenpost von Katrin Schoelkopf (25.10.2009)

 

29.08.2009
• Entscheidung - der Flughafen ist endgültig Geschichte
Das letzte Wort ist gesprochen. Mit der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig ist auf dem Flughafen Tempelhof kein Flugbetrieb mehr möglich, ist das Gelände nicht mehr als Flughafen zu nutzen.
Das Gericht hat bereits am 18. August die vom Berliner Senat im Juni 2007 verfügte planungsrechtliche Entwidmung des Flughafens als rechtens bestätigt und die Beschwerde des Einzelklägers Wolfgang Przewieslik zurückgewiesen. Der hatte - wie berichtet - beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision durch das Oberverwaltungsgericht (OVG) eingelegt, nachdem das OVG im Dezember 2008 seine Klage gegen die Entwidmung abgewiesen hatte.Anzeige
Begründet worden war dies damals mit der fehlenden gesetzlichen Grundlage, die einem einzelnen Bürger das Recht zugestanden hätte, öffentliche Infrastruktur zu erhalten. Das Bundesverwaltungsgericht folgte jetzt dieser Entscheidung des OVG. Damit darf der Senat den Flughafenstandort unwiederbringlich aufgeben. Der Anwalt des Klägers, Claus-Peter Martens, sagte gestern, dass alle Rechtsmittel ausgeschöpft seien.
"Das Bundesverwaltungsgericht folgte in seiner Entscheidung der gängigen Rechtsprechung. Anders wäre es gewesen, wenn der Kläger in der Lage gewesen wäre, den Flughafen zu betreiben", so Martens. Der Senat hat jetzt freie Hand, die Nutzung des Flughafenareals zu planen, zumal das Land ab 1. September auch alleiniger Eigentümer von Gebäude und Gelände ist. "Damit können wir jetzt auch die Änderungen des Flächennutzungsplan voranbringen", sagte gestern die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung beim Senat, Manuela Damianakis.
Die Planung des Senats sieht grundsätzlich fünf Projekte auf dem Areal vor: einen 220 Hektar großen Landschaftspark, ein internationales Zentrum für Kultur-, Medien- und Kreativwirtschaft im Gebäude sowie drei Stadtquartiere an den Rändern des Flughafenfeldes mit insgesamt 5000 Wohnungen und 10 000 Arbeitsplätzen. Auch soll im Jahr 2017 die Idee einer internationalen Gartenbauausstellung umgesetzt werden.
Mit der Erarbeitung eines weiterführenden und konkreten Nachnutzungskonzeptes beauftragte der Senat Anfang Juli die beiden Manager des Wissenschafts- und Technologieparks Adlershof, Hardy R. Schmitz und Gerhard W. Steindorf. Sie werden am Montag gemeinsam mit Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) auch das neue Öffnungskonzept erläutern, wonach ab Mai 2010 das Flugfeld für die Öffentlichkeit freigegeben wird. Auskunft werden sie voraussichtlich auch über entsprechende Kosten zu Pflege, Bewachung und Sicherungspflicht geben.
Das Gelände wird eingezäunt bleiben. Doch werden nach dem Vorbild des Britzer Gartens bis zum Einbruch der Dunkelheit Tore geöffnet, so dass das gesamte Gelände frei zugänglich ist. Nach Informationen dieser Zeitung werden nur für den Naturschutz relevante Bereiche und das Gelände des Wetterdienstes abgesperrt.
Indessen hat das Aktionsbündnis "be-4-Tempelhof" beim Berliner Verfassungsgericht Klage eingereicht. Diese richtet sich gegen den Senat, der Teile des Volksbegehrens für den "Erhalt des Flughafens Tempelhof als Unesco-Welterbe" für unzulässig erklärt hat.
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Quelle: Berliner Morgenpost von Katrin Schoelkopf (29.08.2009)

27.08.2009
• Flughafen-Gelände in Tempelhof wird geöffnet
Berlin (dpa/bb) - Das riesige Gelände des früheren Berliner Flughafens Tempelhof wird in Kürze für die Öffentlichkeit geöffnet. Einen genauen Termin und weitere Details zur Öffnung und Nutzung des Geländes will Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) aber erst am kommenden Montag bekanntgeben, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Donnerstag mit. Der Stadtflughafen wurde im Herbst 2008 stillgelegt. Derzeit wird ein Entwicklungskonzept erarbeitet. Nach früher vorgestellten Plänen sollen am Rande des früheren Flughafens Appartementhäuser gebaut werden, in der Mitte soll ein Park entstehen.
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Quelle: Welt online / dpa/ddp (27.08.2009)


26.08.2009
• Tempelhof-Vertrag ist nicht mehr ganz geheim
Berlins Finanzsenator Nußbaum hat im Streit um das Informationsrecht der Abgeordneten offenbar umgedacht. Sie können nun doch Einblick in den umstrittenen Vertrag über die Nutzung des Flughafengeländes Tempelhof nehmen.

Abgeordnete können sich nun doch über den Mietvertrag zum Flughafen Tempelhof informieren. Finanzsenator Ulrich Nußbaum hat entschieden, den umstrittenen Vertrag und vorausgegangene Entwürfe im Datenraum des Berliner Parlaments zu hinterlegen. Der übrige Akteninhalt wird Abgeordneten in der Finanzverwaltung vorgelegt. Das macht eine Klage auf Akteneinsicht hinfällig, die die CDU-Finanzfachleute Florian Graf und Uwe Goetze angestrengt haben.

Graf und Goetze hatten am 9. Juli ein Organstreitverfahren vor dem Verfassungsgericht beantragt. Sie wollten damit ihr in der Berliner Verfassung festgelegtes Recht auf Akteneinsicht durchsetzen. „Jeder Abgeordnete hat das Recht, Einsicht in Akten und sonstige amtliche Unterlagen der Verwaltung zu nehmen“, heißt es im Artikel 45 der Verfassung von Berlin. Doch unterliegt, was im Datenraum des Abgeordnetenhauses eingesehen werden kann, der Vertraulichkeit. Details aus den Unterlagen dürfen nicht bekannt gemacht werden.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hatte zuvor über Einzelheiten des Vertrages mit der Modemesse Bread & Butter nicht sprechen wollen. Vor allem über die Höhe der Miete hatte Wowereit mit Hinweis auf Rechte und Interessen des privaten Vertragspartners geschwiegen. Für die Opposition hingegen war Wowereits Umgang mit den Rechten der Abgeordneten ein Ausdruck der Selbstherrlichkeit. Man vermutete, dass Wowereit dem Organisator der Messe große Zugeständnisse gemacht hatte, um für den Flughafen Tempelhof einen neuen Nutzer zu gewinnen. Graf kritisierte deshalb Anfang Juli besonders, dass man nicht mal unter Wahrung der Vertraulichkeit den Mietvertrag zu sehen bekäme. Sollte sich dabei herausstellen, dass zum Beispiel die vereinbarte Miethöhe im Berliner Interesse sei, würde sich doch auch die Opposition freuen.

Finanzsenator Nußbaum hat im Streit um das Informationsrecht der Abgeordneten offenbar umgedacht. Allerdings ärgerte er sich darüber, dass die beiden CDU-Abgeordneten im Juli nicht einmal eine Prüfungsfrist abgewartet hatten, innerhalb derer die Finanzverwaltung das Recht auf Akteneinsicht gegen die Interessen der Modemesse-Veranstalter abwägen wollte. „Unser Haus hat den Kollegen von der CDU auf bestem Papier geschrieben, dass wir bis 15. Juli über die Akteneinsicht entscheiden“, sagte Nußbaum. Dass die CDU fünf Tage vor Ablauf der Frist vor das Verfassungsgericht gezogen sei, erklärt Nußbaum damit, „dass sie Show machen wollten“. Die Akteneinsicht sei deshalb gewährt worden, „weil das Kontrollrecht des Parlaments gerade in vermögensrechtlichen Dingen ein hohes Gut ist“, so Nußbaum. Dieses wiege schwerer als die Bedenken dagegen.

Graf weist den Vorwurf des Showmachens zurück. Der zeitliche Ablauf im Juli lasse eher den Schluss zu, dass die Finanzverwaltung auf die Androhung einer Klage reagierte, als sie die Prüfung zusicherte. Er will nun die Akten sehen, bevor die Klage zurückgezogen wird. Womöglich ergibt sich auch im Streit über die Privatisierung der Wassserbetriebe Neues. Hier hatte die Grünen-Abgordnete Heidi Kosche Akteneinsicht beantragt. Weil ihr dies verweigert worden war, klagte sie. Kosche will nicht noch auf Senator Nußbaum zugehen. „Mein Antrag liegt vor, meine Position hat sich nicht verändert“, sagt sie.
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Quelle: Tagesspiegel online / von Werner van Bebber und Ralf Schönball  (26.08.2009)


23.08.2009

• Tempelhof: Der schönste Flughafen der Welt
(Artikel gekürzt)
Ich habe Tempelhof einmal als "die Mutter aller Flughäfen" bezeichnet. Dazu inspirierte mich die unverstellte architektonische Macht eines Bauwerks, das in meinen Augen zu den bahnbrechenden der Welt zählt. Der Anblick des Raumes, den das gewaltige, aller Schwerkraft trotzende Auslegerdach zum Flugfeld hin definiert, ist eine emotionale Erfahrung wie nur wenige andere. Seine Dimension wirkt auch 75 Jahre nach der Errichtung beinahe unglaublich. Es stellt selbst moderne Flugzeuge in den Schatten, deren Technik doch die Vorstellungskraft der Luftfahrtingenieure in den Dreißigerjahren weit übertrifft.

Seinerzeit wurde es als Bauwerk für die Jahrtausendwende gefeiert. Unglaublicherweise hat es die Annahme sogar noch übertroffen. Mein "Mutter"-Image von Tempelhof entsprang dem "Wow"-Faktor der Anlage - ihrer atemraubenden Erhabenheit. Heute, nachdem ich einige Recherchen hinter mir habe, will es mir scheinen, als sei die Metapher "Mutter aller Flughäfen" in dem Sinne von Geburt geschichtlich womöglich noch angemessener.
Manche sagen, die Ahnengalerie beginne mit dem niemals gebauten Idealflughafen, den Erich Mendelsohn 1914 mit 27 Jahren konzipierte. Professor Ernst Sagebiel, der Architekt des Flughafens Tempelhof, war 1929 bis 1932 in Mendelsohns Büro angestellt. Kurze Zeit danach wurde Sagebiel angetragen, den damals noch fast nagelneuen Terminal durch eine Konstruktion zu ersetzen, die den Dimensionen von Albert Speers späterem Germania-Projekt eher entsprechen würde.
Die unverhüllt klassische Formensprache mit ihren Muschelkalkfassaden und politischen Assoziationen hintangestellt, ist die Grundform des ganzen Konzepts ein außergewöhnlicher Doppelschlag. Seine urbane Präsenz im Stadtbild mit der Prozessionsroute zur Hauptschalterhalle hin trägt verwandte Züge mit den gewaltigen Bahnhöfen eines vorangegangenen Reisezeitalters, während zum Flugfeld hin der 1,2 Kilometer lange Dachbogen das Vorfeld umfasst und spiegelt. Man möge sich ins Gedächtnis rufen, dass diese Anlage zu einer Zeit entworfen wurde, als Flugzeuge noch Heckräder hatten und direkt in den Wind landen und starten mussten. Das Dreiradfahrwerk mit seiner Fähigkeit zur Korrektur von Querwinden und der daraus folgenden Einführung befestigter Start- und Landebahnen war noch Zukunftsmusik.
(...)
Tempelhof ist ein Kind seiner Zeit, ein Bildnis des Heldentums und der Tragödien des 20. Jahrhunderts. Vielleicht besteht seine abschließende Tragik und ultimative Schmach eher in Politischem als in Architektonischem. Wie nur kann eine solche geschichtliche Ikone, so reich an zeitgeschichtlichem Erbe und derart vielen wichtigen Lektionen für künftige Generationen, einfach so mir nichts dir nichts geschlossen werden - ohne jeden erkennbaren Grund und ohne eine Alternative? Tempelhof müsste eine Sache des nationalen Gewissens sein - es ist viel zu bedeutend, um auf dem Altar kommerzieller Immobilienentwicklung geopfert zu werden. Das Mindeste sollte es sein, wenigstens das weite Vorfeld als öffentlichen Park zu bewahren und dem Bauwerk durch luftfahrtbezogene oder kulturelle Verwendungszwecke Respekt zu erweisen. Es ist schließlich ein Museum aus eigenem Recht.
Der Verfasser, 1935 geboren, ist Architekt. In Deutschland baute er u. a. den Commerzbank-Tower in Frankfurt und die Kuppel des Reichstags in Berlin.
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Quelle: Welt online / von aus dem Englischen von Torsten Krauel (23.08.2009)

 

24.07.2009
• Tempelhof-Einsatz kostet 1 Million Euro
Berlin (dpa/bb) - Der Großeinsatz der Polizei bei der versuchten Besetzung des früheren Berliner Flughafens Tempelhof im Juni hat knapp eine Million Euro gekostet. Die Kosten für die Berliner Polizei lägen bei etwa
883 500 Euro. Dies geht aus einer Antwort auf eine FDP-Anfrage hervor, die die Senatsverwaltung am
Freitag veröffentlichte. Von dem Betrag entfielen 523 000 Euro auf Berliner Beamte, 346 500 Euro auf Unterstützungskräfte des Bundes und der Länder und etwa 14 000 Euro auf Versorgung und Unterbringung.
An dem Einsatz waren rund 1500 Beamte beteiligt.
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Quelle: Welt online / dpa/ddp (24.07.2009)


05.07.2009
• Behörden rechnen mit Altlasten in Tempelhof
Berlin (dpa/bb) - Beim stillgelegten Flughafen Berlin-Tempelhof rechnen die Behörden auf dem gesamten Gelände mit Altlasten. Ob Tanklager für Flugbenzin, Heizkraftwerk, Schießstand, Tankstelle oder Müllverbrennungsanlage - sie alle könnten Bodenverunreinigungen hervorgerufen haben, wie das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg der dpa mitteilte. Aussagefähige Bodenuntersuchungen liegen demnach bislang für weite Teile des Flughafens nicht vor, eine umfangreiche «orientierende Untersuchung» soll es in den nächsten Monaten geben. Nach jetzigen Erkenntnissen über Bodenbelastungen stehe einer Öffnung des Geländes für die Bevölkerung nichts entgegen.
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Quelle: Welt online / dpa/ddp (05.07.2009)


 

20.06.2009
• Tempelhof-Besetzung verhindert - 102 Festnahmen
102 Festnahmen, 21 verletzte Polizisten: So lauten die ersten Zahlen nach dem Versuch linksradikaler Gruppen, den Flughafen Tempelhof zu besetzen. Nur ein Großaufgebot der Polizei konnte eine Besetzung verhindern. Um die Aktion bahnt sich jetzt auch eine politische Auseinandersetzung an.
Ein Großaufgebot der Polizei hat in Berlin die von linksradikalen Gruppen geplante Besetzung des früheren Flughafens Tempelhof verhindert. Keiner der Demonstranten sei auf das Gelände vorgedrungen, teilte die Polizei am Sonntagmorgen mit.
Nach vorläufigen Zahlen vom frühen Morgen wurden seit Samstag rund 100 Menschen festgenommen. 21 Polizisten wurden nach derzeitigem Erkenntnisstand leicht verletzt.
In der Nacht gegen 2.00 Uhr hätten noch einige Dutzend Anhänger der linksautonomen Szene vor dem Polizeigewahrsam am Tempelhofer Damm die Freilassung der Inhaftierten gefordert. Zu Verletzten unter den Demonstranten konnte die Polizei keine Angaben machen.
Zum Teil gewaltbereite Demonstranten hatten immer wieder versucht, über den Zaun zu kommen. Zum Sachschaden an diesem gab es noch keine Angaben.
Am Columbiadamm hatten Demonstranten versucht, den Zaun einzureißen. Es seien auch Flaschen und Steine gegen Polizisten geworfen worden. Die Einsatzkräfte wollten auch am Sonntag das Gelände weiter absichern.
Mit den Aktionen forderte die Initiative „Squat Tempelhof“ („Besetzt Tempelhof“), die Fläche des Ende Oktober stillgelegten Flughafens umgehend für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine kommerzielle Nutzung lehnt sie ab.
Nach Angaben der Initiative vom Sonntag waren 5000 Demonstranten dem Aufruf zur Besetzung des im Herbst vergangenen Jahres stillgelegten Flughafens gefolgt.
Um die Aktion bahnt sich nun auch eine politische Auseinandersetzung an. Die Grünen kritisierten das Vorgehen der Polizei als zu hart. Der Polizeiarbeitskreis in der CDU erklärte hingegen, die linke Szene würde sich unter dem Senat „besonders sicher fühlen und zunehmend zur Gewalt neigen“.
Polizeipräsident Dieter Glietsch hatten mehr Anstrengung der Politik gegen gewaltbereiten Linksextremismus gefordert. Das Problem dürfe nicht nur der Polizei überlassen werden. Der Berliner Senat und die Polizei waren nach schweren Krawallen am 1. Mai heftig kritisiert worden.
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Quelle: Welt online / dpa/ddp/bb (20.06.2009)


 

15.06.2009
• Grüne unterstützen Tempelhof-Besetzung
Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Grünen unterstützen die von linken und alternativen Gruppen geplante Massenbesetzung des Tempelhofer Flughafengeländes an diesem Samstag. Sie hätten zwar kein Verständnis für «gewalttätige Aktionen von zündelnden Autonomen», schrieb die Grünen-Fraktionsvorsitzende Franziska Eichstädt-Bohlig am Montag in einer Mitteilung. Eine friedliche «"Zaunübersteigung"» werde aber unterstützt, weil das Anliegen berechtigt sei. Der Senat müsse das Gelände für die Berliner öffnen. Gegen friedliche Demonstranten dürfe auch keine Polizei eingesetzt werden.
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Quelle: Welt online / ddp/bb (15.06.2009)

13.06.2009
• Senat befragt Bürger zu Tempelhof
Der Kampf um den Flughafen Tempelhof schien nach dem gescheiterten Volksentscheid gegen die im Oktober 2008 vollzogene Schließung endgültig vorbei.
Doch ein erfolgreicher Bürgerentscheid, eine für den 20. Juni angekündigte Massenbesetzung des Areals und ein zugelassener neuer Volksentscheid zum Thema Tempelhof in zeigen, dass die Senatspläne zur Zukunft des Areals nach wie vor heftig umstritten sind. Um die Anwohner einzubinden, startet die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung heute eine Bürgerbefragung zur "Gestaltung der Parklandschaft auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof".Anzeige
6200 Haushalte im Umfeld des Geländes in Tempelhof, Kreuzberg, Neukölln und Schöneberg werden einen Fragebogen in ihrem Briefkasten finden. Darüber hinaus werden 1000 Menschen in ganz Berlin angeschrieben.
Die Befragung ist anonym. Die Auswertung soll im August vorgelegt werden. Wohlgemerkt: Gefragt sind die Bürger zur Mitgestaltung des Grüngebietes in der Mitte des ehemaligen Flugfeldes - die Bebauung an den Rändern des 386 Hektar großen Flughafenareals mit drei Stadtquartieren und steht nicht zur Debatte. isa
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Quelle: Berliner Morgenpost (13.06.2009)

10.06.2009
• Tempelhof: Senatorin bleibt bei Ihren Plänen
Die Bundesanteile am ehemaligen Flughafen Tempelhof gehören ab Herbst 2009 dem Land Berlin. Der Senat stimmte am Dienstag dem Kauf zu, Berlin muss dafür 35 Millionen Euro zahlen. Grundlage für den Preis ist ein amtliches Gutachten, dass den Verkehrswert der Immobilie auf 40 Millionen Euro schätzte. Übereignet werden 53 Prozent der Freiflächen und 83 Prozent des Flughafengebäudes.
Im Kaufvertrag steht auch, wer die Kosten für die Beseitigung möglicher Umweltschäden tragen muss. Erkannte Altlasten trägt in den nächsten zehn Jahren zu 90 Prozent der Bund, den Rest zahlt Berlin. Bisher wurden nur geringfügige Boden- und Gewässerverschmutzungen durch Stichproben bekannt.
Der Bund und Berlin einigten sich auch darauf, wie künftige Wertsteigerungen des Areals durch die bauliche Entwicklung aufgeteilt werden. Innerhalb der kommenden zehn Jahre stehen dem Bund 20 Prozent der Entwicklungsgewinne zu, allerdings nur bei neuem Bauland. Grundstücksteile, die bereits erschlossenes Bauland sind (zum Beispiel am Columbiadamm) fallen nicht unter diese Regelung. Der Kaufvertrag geht auf eine Vereinbarung zwischen dem Berliner Senat und dem Bundesfinanzministerium zurück. Als alleiniger Eigentümer des 386 Hektar großen Tempelhofer Feldes und des Hauptgebäudes kann der Senat die weitere Entwicklung des ehemaligen City-Airports eigenverantwortlich vorantreiben.
Allerdings muss Berlin in Zukunft auch die laufenden Kosten für das Areal alleine tragen. Der CDU-Haushälter Florian Graf schätzt die finanziellen Risiken für das nächste Jahrzehnt auf 450 Millionen Euro. Er hält den Kauf der Bundesanteile für unverantwortlich und fordert das Abgeordnetenhaus auf, dem Kaufvertrag nicht zuzustimmen. Das Bundesfinanzministerium und die Fachausschüsse im Bundestag und Bundesrat müssen auch noch ihren Segen geben.
Die oberste Luftaufsichtsbehörde Berlins hat Anfang der Woche den Bescheid zur Entwidmung des Flughafengeländes erteilt. Er wird bestandskräftig, sobald das Bundesverwaltungsgericht die Nichtzulassungsbeschwerde des allerletzten Klägers gegen die Flughafenschließung abgewiesen hat.
Derweil ließ der Senat ein Volksbegehren zu, dass den Ex-Flughafen unter Denkmalschutz stellen und als Weltkulturerbe anmelden will. Die Forderung nach Aufrechterhaltung des Flugbetriebs wurde als rechtlich unzulässig abgelehnt. Ulrich Zawatka-Gerlach
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Quelle: Tagesspiegel online / von Ulrich Zawatka-Gerlach (10.06.2009)


09.06.2009
• Senat lässt zweites Tempelhof-Volksbegehren weitgehend zu
Der Berliner Senat lässt ein zweites Volksbegehren zum Flughafen Tempelhof weitgehend zu. Dazu gehöre die Forderung, den ehemaligen Airport unter Denkmalschutz zu stellen und als Weltkulturerbe anzumelden, sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Dienstag. Dagegen sei alles unzulässig, was auf die Wiederaufnahme des Flugbetriebs ziele. Dies würde gegen die Berliner Verfassung verstoßen, wonach Volksentscheide innerhalb einer Legislaturperiode zu einem Thema nur ein Mal zulässig sind.
Die Aufforderung an den Senat, sich für die schwerpunktmäßige Nutzung Tempelhofs als Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen einzusetzen, entspreche in seiner Zielsetzung dem im April 2008 gescheiterten Volksentscheid der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof, sagte Körting.
Die Initiatoren des neuen Volksbegehrens hatten im April die erste Hürde des Verfahrens erfolgreich genommen, indem sie mehr als die geforderten 20 000 Unterschriften bei der Innenverwaltung einreichten. Im nächsten Schritt wären rund 170 000 Unterschriften notwendig, bevor es zum Volksentscheid kommt. Dieser wäre allerdings bindend, weil die Initiatoren nach Angaben Körtings diesmal ein Gesetz vorgelegt haben.
Erst am Wochenende war ein Bürgerentscheid im Bezirk Tempelhof-Schöneberg für den denkmalgerechten Erhalt des im Herbst 2008 endgültig geschlossenen Airports erfolgreich. Von den rund 90 000 abgegebenen Stimmen unterstützten etwa 60 000 das Anliegen. Erforderlich waren 38 000 Stimmen. Rechtlich bindend ist der Ausgang nicht, vielmehr handelt es sich um eine Empfehlung an das Bezirksamt.
Tempelhof war 1923 als weltweit erster Verkehrsflughafen in Betrieb gegangen. Der fast 1,3 Kilometer lange Hallenzug wurde 1934 während der NS-Diktatur vom Architekten Ernst Sagebiel entworfen.
Er galt damals als das flächenmäßig größte Gebäude der Welt.
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Quelle: BerlinOnline / ©ddp (09.06.2009)



09.06.2009
• Tempelhof: Senatorin bleibt bei Ihren Plänen
Nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid vom Sonntag zum Flughafen Tempelhof erwarten die Initiatoren vom Aktionsbündnis be-4-tempelhof, "dass ab sofort keine Entscheidungen mehr getroffen werden, die in Tempelhof vollendete Tatsachen schaffen", so Sprecher Michael Paul.
Dieser Auffassung erteilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gestern umgehend eine Absage. "Der Bürgerentscheid ändert nichts an unseren Plänen", so Petra Rohland, Sprecherin von Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD).Anzeige
Die Senatorin plant an den Rändern des ehemaligen Flugfeldes drei Quartiere mit einer Mischung aus Wohnen und Gewerbe sowie Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen. Parallel zur Europawahl hatten sich am Sonntag rund 60 000 Wähler dafür ausgesprochen, den Denkmalschutz vom Gebäude auf das gesamte Gelände auszudehnen und sich um die Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste zu bemühen. Etwa 30 000 stimmten mit Nein. Laut Entscheid soll der Flughafen zudem als "Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen" erhalten werden.
Rechtlich bindend ist der Bürgerentscheid nicht, vielmehr handelt es sich um eine Empfehlung an das Bezirksamt. Bezirksbürgermeister Ekkehard Band (SPD) sicherte gestern zu, den Auftrag aus dem Bürgerentscheid umgehend umzusetzen und sich "mit den zuständigen Stellen im Senat, der Denkmalbehörden und der Bundesregierung" in Verbindung zu setzen. Denn nur das Land, nicht aber der Bezirk, kann der Unesco vorschlagen, Tempelhof auf die Welterbeliste zu setzen. "Wir sind stolz, dass gerade fünf Berliner Großsiedlungen in die Welterbeliste aufgenommen wurden", so Petra Rohland. Derzeit bemühe sich Berlin, den Jüdischen Friedhof in Weißensee auf die Liste setzen zu lassen. "Tempelhof hat keine Priorität", so die Sprecherin der Senatsverwaltung.
Auf der heutigen Senatssitzung wird es dennoch um Tempelhof gehen: Der Senat befasst sich mit den für die Baupläne notwendigen Grundstücksankäufen.
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Quelle: Berliner Morgenpost (09.06.2009)


07.06.2009
• Bürgerentscheid zum Flughafen Tempelhof angenommen
Berlin (dpa/bb) - Der Bürgerentscheid zum Flughafen Tempelhof im Berliner Bezirk Tempelhof-Schönefeld ist nach vorläufigen Angaben des Wahlausschusses angenommen. Parallel zur Europawahl sprachen sich demnach rund 60 000 Wähler dafür aus, den Denkmalschutz vom Gebäude auf das Gelände des Flughafens auszudehnen, teilte das Bezirkswahlamt am Sonntagabend mit. Etwa 30 000 stimmten mit Nein. Für einen Erfolg des Bürgerentscheids war es erforderlich, dass mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten (rund 37 500) sich beteiligen und eine Mehrheit mit Ja stimmt. Ein berlinweiter Volksentscheid zur Offenhaltung des Flughafens war 2008 gescheitert.
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Quelle: Welt online / dpa/BB (07.06.2009)

 

07.06.2009
• Bürgerentscheid zu Tempelhof erfolgreich
Der Bürgerentscheid in Tempelhof-Schöneberg zur Erhaltung des Flughafens Tempelhof als Denkmal ist erfolgreich. Das sagte Abstimmungsleiter Torsten Zickert. Zwei Drittel, die abstimmten, waren am Ende dafür.
Für Nikoleta und Dieter Peickert ist die Sache klar. Die beiden hatten sich 1967 auf dem Flughafen Tempelhof kennengelernt, sie war Zimmermädchen im Offiziersklub, er Angestellter im Flughafenkraftwerk. „Natürlich haben wir dafür gestimmt, dass der Flughafen Weltkulturerbe wird“, sagen die beiden 65-Jährigen vorm Wahllokal am Oberstufenzentrum (OSZ) Logistik, Touristik, Immobilien, Steuern an der Dudenstraße. Wie die Peickerts konnten in Tempelhof-Schöneberg 232 000 Wahlberechtigte gleich auf zwei Zetteln je ein Kreuz machen: Für die EU-Wahl – und beim Bürgerentscheid „Das Denkmal Flughafen Tempelhof erhalten, das Weltkulturerbe schützen“.

Am Ende wurden rund 90 000 Stimmen abgegeben; etwa 60 000 davon votierten für das Anliegen des Bürgerentscheids, erläuterte der Abstimmungsleiter. Erforderlich waren 38 000 Stimmen und deren Mehrheit für das Anliegen des Bürgerentscheids.
Vor den Wahllokalen, außerhalb des gesetzlichen 30-Meter-Schutzradius, verteilten Mitglieder der Initiative
„Be 4 Tempelhof“ Wahlwerbezettel. 610 Millionen Euro Steuergelder würden infolge der Schließung verschleudert, viele Beschäftigte seien unnötig arbeitslos, so die Argumentation. Der Flughafen habe seine Bedeutung als Denkmal verloren, derzeit würden eine historische Aussichtsterrasse und Hangarwände eingerissen, kritisierte Ines Nagl. Werde der Ex-Airport bebaut, bekäme Berlin einen „Klimakiller“, sagt Bern Kwiet im Treffpunkt der
„Be 4 Tempelhof“-Initiative, dem Café Romi in der Dudenstraße 2.
Franz Berg, 61, folgt wie offenbar viele Wähler im OSZ dieser Argumentation, er will, dass Tempelhof künftig „Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen“ und allein fürs Flugwesen bebaut wird, wie es auf dem Bürgerentscheid-Wahlbogen steht. „In meiner Gegend ist es lauter geworden, weil der Rosinenbomber und andere Rundflugmaschinen Kurven über Tempelhof fliegen.“ Ella Hertlidschke ist 91 und ebenfalls Flughafen-Fan. „Das hätte kein Zuschussbetrieb werden müssen“ – der Senat habe den Flughafen bewusst heruntergewirtschaftet, sagt sie. „Das Gebäude muss als Beweis dafür, wie die Naziarchitektur die Menschen einschüchterte, so bleiben“, sagt der 26-jährige David Klören.
Elke Hokamp sieht das anders. „Die Argumentation ist geschickt mit den Etiketten Öko, Grün und Historie getarnt“, kritisiert die 51-Jährige. Die Ära des Flughafens sei aber nun mal vorbei, „die Stadt hat die Chance, dass hier jetzt etwas Neues passiert“, sagt sie. „Deswegen: Europa hin oder her, ich bin vor allem wegen Tempelhof wählen gegangen."

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Quelle: Tagesspiegel online / von Annette Kögel (07.06.2009)

 

07.06.2009
• Bürgerentscheid zum Flughafen Tempelhof
Im Schatten der Europawahl ist beinahe in Vergessenheit geraten, dass an diesem Sonntag auch rund 250 000 Wahlberechtigte in Tempelhof-Schöneberg zur Abstimmung über den Flughafen Tempelhof aufgerufen sind.
Das Aktionsbündnis "be-4 Tempelhof" hat einen Bürgerentscheid initiiert, bei dem es um die Frage geht, ob der Bezirk sich für den Flughafen Tempelhof als "Denkmal von nationalem und internationalem Rang" einsetzen und dessen Ernennung zum Weltkulturerbe befördern soll. Abgestimmt wird zudem über den Erhalt als Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen.Anzeige
Die erste Hürde zum Bürgerentscheid, das Bürgerbegehren, hatte die Initiative kurz nach der Schließung des Flughafens im Oktober 2008 gestartet und im März dieses Jahres erfolgreich mit 7733 gültigen Stimmen beenden können. Da die Bezirksverordneten-Versammlung die Ziele des Bürgerbegehrens jedoch zurückgewiesen hat, kommt es nun am 7. Juni zum Bürgerentscheid. Für einen Erfolg muss die Mehrheit der Wähler im Bezirk mit Ja für den Vorschlag stimmen und die Wahlbeteiligung bei mindestens 15 Prozent liegen.
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Quelle: Berliner Morgenpost (07.06.2009)

 

06.06.2009
• Noch ein Startversuch in Tempelhof
In Tempelhof-Schöneberg dürfen an diesem Sonntag auch die 16- und 17-Jährigen an die Urne. Und alle Volljährigen dürfen zwei Mal abstimmen: Denn parallel zur EU-Parlamentswahl findet im Bezirk ein Bürgerentscheid statt, bei dem es – wieder einmal – um den Flughafen Tempelhof geht. Das Bündnis „Be 4 Tempelhof“ fordert konsequenten Denkmalschutz für die gesamte Anlage inklusive Vorfeld und die Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste. Das bereits formal entwidmete Objekt soll „schwerpunktmäßig als Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen“ genutzt werden; alle anderen Ideen und jegliche „flugbetriebsfremde Bebauung“ sind tabu.
Ein Antrag für eine neue Betriebsgenehmigung ist von der Luftfahrtbehörde nach deren Angaben zurückgewiesen worden. Die Flugschule Tempelhof Aviators wollte den Flughafen für Geschäftsflugzeuge, Oldtimer und Rettungsflüge wieder eröffnen lassen. Beim Senat sieht man dafür aber keine Chance.
Dank der gleichzeitig stattfindenden EU-Wahl könnten die Initiatoren des Bürgerentscheids – nach eigenen Angaben ein loser Zusammenschluss „von Bürgern zwischen 14 und 80 aus allen möglichen Kreisen“ – Chancen haben, das Quorum zu erreichen: 15 Prozent Beteiligung und eine Mehrheit der Ja-Stimmen sind die Kriterien auf Bezirksebene. Im Erfolgsfall dürfen sich die Bezirksverordneten damit befassen – „und dann vielleicht einen Brief ans Landesdenkmalamt und einen an die Bundeskanzlerin schreiben“, wie es im Bezirksrathaus heißt.
Parallel dazu hat die Initiative allerdings auch ein ähnlich formuliertes stadtweites Volksbegehren gestartet, für das im ersten Schritt 20 000 Unterschriften gesammelt und eingereicht worden sind. Voraussichtlich am 9. Juni will der Senat entscheiden, ob das Volksbegehren überhaupt zulässig ist. Die Initiatoren rechnen mit einer Ablehnung – und wollen dagegen dann klagen. kt/obs
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Quelle: Tagesspiegel online (06.06.2009)

 

05.06.2009
• Wann sagen Sie uns endlich die ganze Wahrheit über tempelhof Herr Wowereit?
Der geschlossene Flughafen Tempelhof kommt Berlin immer teurer zu stehen. Er kostet pro Jahr 14, 2 Millionen Euro. Jetzt wurde bekannt, dass Berlin zusätzlich zu diesem Defizit auch noch 35 Millionen Euro zahlen muss, um die Bundesanteile am Flughafen zu kaufen. Der Senat muss die Anteile (53 Prozent Rollfeld, 83 Prozent Flughafengebäude) kaufen, weil er den Flughafen gegen den Willen der Bundesregierung schloss. Insgesamt zahlt Berlin für den Leerstand des Flughafens in diesem Jahr also fast 50 Millionen Euro. Dazu kommen gewaltige Umbauarbeiten für die Messe "Bread&Butter", deren Höhe der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nicht bekannt gibt. Wowereit hatte als Argument für die Schließung Tempelhofs am 30.10.2008 das Defizit des Flughafens bei laufendem Betrieb genannt. Es lag bei 10 Millionen Euro, also vier Millionen unter dem jetzigen Defizit. Wowereit hatte das Angebot der Deutschen Bahn ausgeschlagen, Tempelhof als "Sonderlandeplatz" zu übernehmen. Er hatte den Investor Ronald Lauder zurück gewiesen, der Tempelhof zum "internationalen Gesundheitszentrum mit Landebahn" machen wollte. Und Wowereit hatte das Angebot des Bundesfinanzministers abgelehnt, die Defizite Tempelhofs bis 2011 zu übernehmen. Warum? Warum? Warum? Wowereit behauptete vor der Schließung, der Wert Tempelhofs liege "bei null" oder werde "sogar negativ sein". Worauf stützte er diese Behauptung? Hatte er eine Grundlage für diese Behauptung oder stellte er sie blind auf, um Befürchtungen zu zerstreuen, die Schließung Tempelhofs würde teuer werden? Diese Befürchtungen wurden von den Initiatoren des Volksentscheids vorgetragen. Jetzt zeigt sich, dass sie berechtigt waren.
FDP-Fraktionschef Christoph Meyer warf Wowereit gestern "endlose Tricksereien" im Zusammenhang mit Tempelhof vor. Ich schließe mich diesem Vorwurf an. Ich glaube nicht mehr, dass in Tempelhof alles mit rechten Dingen zugegangen ist und ich frage mich, wann Herr Wowereit uns die ganze Wahrheit sagt.Hat Schupelius recht?Rufen Sie an: 2591 73153 oder Mail: gunnar.schupelius@axelspringer.deDer Autor auf Twitter: http://twitter.com/BZSchupelius
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Quelle: BZ / Gunnar Schupelius (05.06.2009)

 

04.06.2009
• Opposition fordert Aufklärung über Tempelhof-Kauf
Berlin (dpa/bb) - Die Berliner Opposition hat vom rot-roten Senat Aufklärung über die Zukunft des stillgelegten Flughafens Tempelhof verlangt. Mit der vollständigen Übernahme des Flughafens vom Bund zum Verkehrswert zwischen 35 und 40 Millionen Euro bestätige sich die Annahme der CDU-Fraktion, dass Kosten in dreistelliger Millionenhöhe drohten, teilte der CDU-Haushaltsexperte Florian Graf am Donnerstag mit. Denn dazu kämen die notwendigen Kosten für Planung, Erschließung und Sanierung des Komplexes. Während die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben am Donnerstag eine Einigung mit dem Land bestätigte, bestritt Senatssprecher
Richard Meng dies.
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Quelle: Welt online / dpa/BB (04.06.2009)

 

04.06.2009
• Berlin zahlt 35 Millionen für Tempelhof
Der Bund hat sich mit dem Berliner Senat auf den Kaufpreis für die bundeseigenen Flächen am Flughafen Tempelhof geeinigt. Dieser weicht nur geringfügig von dem vom Gutachterausschuss Ende 2008 ermittelten Verkehrswert von knapp 40 Millionen Euro ab und soll nach Information der Morgenpost bei 35 Millionen Euro liegen. Das ist weit mehr, als der Berliner Senat bislang bereit war zu zahlen.Anzeige
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hatte Ende 2007 noch gesagt, er gehe davon aus, dass der Wert des Flughafengeländes bei null liegt. Auch ein Jahr später, als der Verkehrswert von 40 Millionen Euro feststand, hieß es aus der Senatskanzlei, dieser Preis sei viel zu hoch angesetzt. Offenbar hat sich der Senat mit dieser Verhandlungsstrategie nicht durchsetzen können. Dementsprechend mager fielen gestern die Stellungnahmen aus der Senatskanzlei und der Senatsfinanzverwaltung aus.
Beteiligung an Wertsteigerungen
Der Büroleiter von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos), Jan Köhler, sagte lediglich, dass die "Verhandlungen in der Endphase" seien. Aus der Senatskanzlei gab es gar keine Stellungnahme. Der Chef der Bundesimmobilienanstalt (Bima), Dirk Kühnau, dagegen bestätigte, dass sich beide Parteien auf der Grundlage des Verkehrswertgutachtens auf einen Kaufpreis zwischen 30 und 40 Millionen geeinigt hätten. Überdies werde der Bund in den nächsten zehn Jahren mit bis zu 50 Prozent an Wertsteigerungen des Flughafengeländes beteiligt. Abstriche vom ermittelten Verkehrswert von knapp 40 Millionen Euro - 21 für das Gebäude und 18 für die Fläche - hat es Kühnau zufolge gegeben, weil der Gutachterausschuss bei seiner Ermittlung nicht berücksichtigt hatte, dass Berlin am Gebäude bereits 17 Prozent gehören. Dem Bund gehören bislang noch 53 Prozent der Freifläche und 83 Prozent des Flughafengebäudes, dem Land Berlin der jeweilige Rest.
Wie berichtet, hatte der Bund im Zuge der Verhandlungen über die Hauptstadtfinanzierung im November 2007 zur Bedingung gemacht, dass Berlin den Flughafen in Gänze übernimmt. Denn Berlin hatte sich geweigert, den Flugbetrieb in Tempelhof bis 2011 weiterzuführen und damit nach Ansicht des Bundes die Vermarktungschancen geschmälert. Über ein Gutachten sollte deswegen der Verkehrswert ermittelt werden.
Bevor der Vertrag nun aber vom Notar beglaubigt werden kann und Berlin Alleineigentümer wird, müssen das Berliner Abgeordnetenhaus und der Haushaltsausschuss des Bundestages dem Vertragsinhalt noch zustimmen. Der Kauf soll, so das Ziel der Verhandlungspartner, aber vor der Sommerpause besiegelt sein. Damit hätte das Land Berlin dann freie Hand bei der Vermarktung und Nutzung des Flughafenareals, muss aber als alleiniger Eigentümer auch das derzeitige Defizit in zweistelliger Millionenhöhe allein schultern.
Anfang dieses Jahres hatte die Berliner Immobilienmanagement GmbH (Bim), die seit der Schließung des Flughafens im Auftrag von Bund und Berlin für die Vermarktung und das Management von Gebäude und Areal zuständig ist, das Defizit mit 14,2 Millionen Euro beziffert. Kein Pappenstiel, auch wenn das Ziel der Bim heißt, die Bewirtschaftungskosten über den Wechsel des Dienstleisters für Leistungen wie Reinigung, Winter- und Sicherheitsdienst, Wartung, Betrieb des hauseigenen Stromnetzes drastisch zu senken und damit das Defizit in den oberen einstelligen Millionenbereich zu drücken.
Allerdings ist der Einsparungseffekt noch nicht bezifferbar, da die Ausschreibung und anschließende Vergabe mit einem Einspruch eines unterlegenen Bieters vor der Vergabekammer endete. Dieser leer ausgegangene Bieter ist ausgerechnet die Facility Management Tempelhof GmbH (FMT), eine 100-prozentige Tochter der staatlichen Flughafengesellschaft, die 2008 extra zur Bewirtschaftung von Tempelhof mit 38 Airportmitarbeitern gegründet worden war und bereits im Auftrag der Bim arbeitete.
Nach Informationen der Morgenpost soll die Vergabekammer den Einspruch der FMT jetzt abgelehnt haben.
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Quelle: Berliner Morgenpost / von Katrin Schoelkopf (04.06.2009)

 

02.06.2009
• In Tempelhof regiert der Abrissbagger. Strafanzeige gestellt
Volksbegehren über ein Weltkulturerbe Flughafen Tempelhof in Sicht.

Am 7. Juni wird über den ersten Bürgerentscheid im Bezirk Tempelhof-Schöneberg abgestimmt. Gegenstand der Abstimmung: "Das Denkmal Flughafen Tempelhof erhalten - als Weltkulturerbe schützen". Während zu diesem Termin allerdings nur Wahlberechtigte im Bezirk abstimmen können, kommt jetzt auch ein neues Volksbegehren in Sichtweite.
Das Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de hatte am 29. April 2009 als erste Stufe rund 24.500 Unterschriften bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport eingereicht. Davon hat die Behörde 20.741 gültige Unterschriften bestätigt. Im nächsten Schritt muss nun der Senat über die Zulassung des Volksbegehrens entscheiden, damit es zur zweiten Runde der Unterschriftensammlung und nachfolgenden Abstimmung kommt.
Das "Volksbegehren für das Weltkulturerbe Flughafen Tempelhof und mehr Transparenz in der Politik“ verlangt nicht nur den denkmalgerechten Erhalt und einen Verzicht auf die Bebauung, es beinhaltet auch wesentliche Verbesserungen beim Recht auf Informationsfreiheit, Entflechtung von Politik- und Aufsichtsratsposten, Offenlegung von Nebeneinkünften und eine Haftung für Senatsmitglieder.

"Wir glauben, dass mit diesem Volksbegehren auch ein ganz großer Schritt in Sachen demokratischer Kultur gemacht wird", so Peter Martin vom Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de.

Zunächst einmal blickt das Aktionsbündnis aber gespannt auf den bezirklichen Bürgerentscheid am kommenden Sonntag.
Wir sind überzeugt, dass die Bürgerinnen und Bürger ein klares Signal für den Erhalt "Ihres" Flughafens setzen werden.
Volker Perplies, vom Aktionsbündnis und Vertrauensmann des Bürgerbegehrens: "Kein verantwortungsbewusster Bürger kann guten Gewissens die Bebauungspläne des Senats unterstützen. Tempelhof ist ein Ort, an dem Weltgeschichte geschrieben wurde. Diesen aus kurzsichtigen Interessen heraus zu zerstören, ist einfach verantwortungslos:“
Währenddessen wird im Flughafen Tempelhof historische Bausubstanz zerstört
Michael Paul, ebenfalls Aktionsbündnis und Vertrauensmann: „In Tempelhof regiert indes der Abrissbagger. Bei den Umbauarbeiten für die Messe Bread und Butter wurden offenbar trotz bestehendem Denkmalschutz großzügig Teile der historischen Bausubstanz beschädigt und zerstört.“ „Wir haben deshalb Strafantrag gestellt“, so Paul weiter.
Dokumentiert ist z. B. Beispiel u. a., die frühere Kantine im Abflugbereich. Diese wurde abgerissen, um Raum für die zukünftigen Durchgangstüren zu schaffen.
Nach Angaben der Bauherren handelte es sich nicht um denkmalschutzrelevante Gebäudeteile, da sie aus den 70er Jahren stammen. Historische Unterlagen, die dem Aktionsbündnis vorliegen zeigen allerdings, dass die Teile bereits zum ursprünglichen Gebäude gehörten.
Peter Martin, Aktionsbündnis: "Es sind eben gerade die vielen Wendungen und Irrwege der Geschichte, die das Besondere an Tempelhof ausmachen".
Ferner wurden im östlichen Teil des Gebäudes alle Büroräume entkernt und unwiederbringlich zerstört.
"Es ist zudem sehr merkwürdig, dass Baugenehmigungen, auf die jeder normale Bürger monatelang wartet, offenbar ohne sachliche Prüfung von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erteilt werden",
so Peter Martin weiter.
Das Aktionsbündnis fordert die Behörde auf, umgehend einen Stopp der Umbauarbeiten zu veranlassen,
bis eine ausreichende denkmalgerechte Prüfung stattgefunden hat.
www.be-4-tempelhof.de
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Quelle: prcenter.de / 02.06.2009
prcenter.de

18.05.2009
• Bezirks-Bürgerentscheid zu Tempelhof am 7. Juni
Berlin (dpa/bb) - Nach dem gescheiterten Volksentscheid zur Offenhaltung des Flughafens Tempelhof ist auf Bezirksebene eine Abstimmung über die Zukunft der Anlage geplant. Am 7. Juni, dem Tag der Europawahl, findet im Bezirk Tempelhof-Schöneberg ein Bürgerentscheid statt, wie das Aktionsbündnis «b-4-tempelhof» am Montag mitteilte. Die neue Abstimmung ziele vor allem auf den Erhalt des stillgelegten Flughafens als Denkmal, langfristig werde eine Anerkennung Tempelhofs als Weltkulturerbe angestrebt. Beim Volksentscheid 2008 hatten sich die Initiatoren für den Weiterbetrieb des Flugverkehrs eingesetzt.
www.be-4-tempelhof.de
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Quelle: Welt online / dpa/BB (18.05.2009)


12.05.2009
• 160.000 Berliner feierten den Flughafen Tempelhof
Bs war der Tag des Dankes und der Tränen. Mehr als 160000 Berliner feierten gestern das Ende der
Berlin-Blockade vor 60 Jahren.
Am Flughafen Tempelhof, dort, wo die „Rosinenbomber“ damals im 90-Sekunden-Takt starteten und
landeten, tanzten, sangen und weinten die Menschen. Aus Dankbarkeit – und weil sie ihren alten Flughafen wiederhatten. Wenigstens für einen Tag!

Um 11 Uhr begann der Gedenktag am Luftbrücken-Denkmal (erbaut 1951 von Architektur-Professor Eduard Ludwig), von den Berlinern liebevoll „Hungerharke“ genannt.
„Die Luftbrücke war eine menschliche und logistische Meisterleistung. Sie war der einzige Weg, die West-Berliner vor Hungertod und Erfrieren zu bewahren“, sagte der Regierende Klaus Wowereit (55, SPD) vor 350 Gästen, darunter 120 Veteranen der größten Hilfsaktion aus der Luft aller Zeiten.
Unter dem Trommelwirbel der 37-köpfigen Band des Royal Air Force College marschierten Soldaten des Standortkommandos Berlin, legten am Mahnmal 11 Kränze nieder.
Wowereit: „Wir verneigen uns auch heute, 60 Jahre nach Ende der Blockade, vor den 78 Männern, die im Einsatz für die Luftbrücke ums Leben kamen.“
Viele Gäste waren überwältigt von ihren Erinnerungen, hatten Tränen in den Augen, als die Nationalhymnen der Alliierten gespielt wurden. „Es war damals die schlimmste Zeit für mich. Wir hatten immer Hunger, nie genug zu essen“, so Traute Gier (77), Berliner Luftbrücken-Kind.
Gänsehaut-Gefühl, als zwei „Rosinenbomber“ vom Typ Dakota DC-3 Ehrenrunden über Tempelhof flogen. Einer der Piloten wackelte zum Gruß mit den Flügeln. „Ach, könnte er doch hier landen wie wir damals“, so US-Veteran Philip Simmons (87) zu BILD.

Gegen 12 Uhr begann der Festakt in der Abflughalle. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (60, CDU) würdigte die Leistung der Piloten: „Das Überleben der Stadt verdanken wir der Entschlossenheit der westlichen Alliierten. Die Luftbrücke ist ein Symbol der Freiheit. Und auch der Platz, auf dem wir uns versammelt haben, ist ein solches Symbol der Freiheit. Dies war der zentrale Flughafen der Luftbrücke.“
Im Namen der 160 geladenen Veteranen dankte der britische Air Marshal a.D. Sir John Curtiss (84) den Berlinern: „Es macht uns stolz, dass wir einen so wichtigen Beitrag für die Freiheit Berlins leisten konnten. Der 12. Mai war der erste Sieg über das, was man später Kalter Krieg nannte. Danke an alle Berliner, dass sie uns wieder eingeladen haben, damit wir sehen können, welche Fortschritte Berlin in all den Jahren gemacht hat.“
Um 13.52 Uhr durften dann endlich alle Berliner auf IHREN Flughafen. Über drei Eingänge strömten die Menschen in die Halle und auf das Flugvorfeld.
Das schönste Bild: Als um 20.30 Uhr 10000 Luftballons in den Himmel flogen. Ein Symbol der Freiheit, wie auch der Flughafen Tempelhof immer eins sein wird. Denn den Himmel über Berlin konnte niemand teilen.
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Quelle: Bild online / Von KATJA COLMENARES, LAURA GEHRMANN und CLAUDIA WEINGÄRTNER (12.05.2009)



24.04.2009

• Verkauf von Tempelhof noch im Sommer
Der Kauf der Bundesanteile am Flughafen Tempelhof durch das Land Berlin soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause über die Bühne gehen. Das jedenfalls sei das Ziel, sagte die Sprecherin von Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), Kristina Tschenett. Auch beim Verhandlungspartner, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), hält man diesen Termin für realistisch. "Mitte Juni, das könnte man schaffen", sagte Bima-Chef Dirk Kühnau gestern.
Allerdings steht der Kaufpreis noch nicht fest. Wie berichtet hatte der Gutachterausschuss für Grundstückswerte des Landes Berlin im Dezember den Verkehrswert der bundeseigenen Anteile am Flughafen mit 40 Millionen Euro beziffert und ein entsprechendes Gutachten als Verhandlungsgrundlage vorgelegt. Mögliche Altlasten auf dem Flughafengelände, die kaufpreismindernd wirken könnten, wurden nicht berücksichtigt.
Hier gibt es Kühnau zufolge nun noch Klärungsbedarf. Während Berlin hofft, den Kaufpreis aufgrund möglicher Altlasten drücken zu können, ist der Bund nicht bereit für Altlasten aufzukommen. Allerdings heißt es bereits aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, dass nicht viel an Munition und Altlasten auf dem Flughafenfeld zu erwarten ist. Eine bereits begonnene Magnetsondierung durch die auf Altlastenbewertung spezialisierte Firma Döring habe bislang keine Funde hervorgebracht, sagte der Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Marko Rosteck. Weit über 50 Prozent der Fläche sei bereits im Auftrag des Senats abgesucht worden. "Die routinemäßige Überprüfung vor dem Kauf durch das Land" werde noch zwei bis drei Wochen andauern, so Rosteck. Vonseiten der Bima hieß es dagegen, dass man die Firma Döring bislang nicht auf die Bundesflächen des Flughafen gelassen habe. "Nur untersuchen und dann mit der Rechnung kommen, das zahlen wir nicht", sagte Kühnau dieser Zeitung.
Abstriche beim ermittelten Verkehrswert wird es nach Angaben Kühnaus voraussichtlich bei der Bewertung des Gebäudes geben. Denn der Gutachterausschuss habe bei der Verkehrswertermittlung nicht berücksichtigt, dass 17 Prozent des Gebäudes Berlin bereits gehören. Dem Bund gehören 53 Prozent der Freifläche und 83 Prozent des Flughafengebäudes, dem Land Berlin der jeweilige Rest.
Wie berichtet, hatte der Bund im Zuge der Verhandlungen über die Hauptstadtfinanzierung im November 2007 zur Bedingung gemacht, das Berlin den Flughafen in Gänze übernimmt. Denn Berlin hatte sich geweigert, den Flugbetrieb in Tempelhof bis 2011 weiterzuführen und damit nach Ansicht des Bundes die Vermarktungschancen geschmälert. Über ein Gutachten sollte deswegen der Verkehrswert ermittelt werden.
Indes bietet die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) jetzt regelmäßig Führungen durch das Flughafengebäude an. Von Montag bis Donnerstag jeweils um 16 Uhr, freitags um 13 und 16 Uhr sowie sonnabends und sonntags um 11 und 14 Uhr geht es unter kundiger Führung zweieinhalb Stunden durch das gigantische Gebäude.
Die Führungen können neuerdings auch im Internet unter www.bim-berlin.de gebucht werden.
Sie kosten 12 Euro für Erwachsene, 8 Euro für Studenten und 6 Euro für Kinder. Überdies bietet die BIM
auf Nachfrage für Fachpublikum eine neue Führung zur Zukunft des Flughafengeländes an. Dauer:
anderthalb Stunden.
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Quelle: Berliner Morgenpost / von Katrin Schoelkopf (24.04.2009)

09.04.2009
• Bundeswehr investiert in Tempelhof
Rund fünf Monate nach der Schließung des Flughafens Tempelhof baut die Bundeswehr am dortigen
Radarturm an. Es entstehen ein Dienst- und Versorgungsgebäude sowie ein Wachgebäude für die
Luftwaffe, teilte die Wehrbereichsleitung Ost mit.
Dort sollen Bundeswehrangehörige untergebracht werden, die das Großraumradargerät RRP 117 bedienen.
Der Radarturm ist eines der markanten Gebäude auf dem ehemaligen Flughafen und wurde 1981 errichtet.
1993 übernahm die Bundeswehr den Turm von den Amerikanern. Vom 70 Meter hohen Radarturm wird der Luftraum im Einzugsbereich rund um die Uhr bis zu einer Höhe von etwa 100 000 Fuß überwacht, wie es hieß.
So sollen einfliegende Luftfahrzeuge rechtzeitig erfasst und auch identifiziert werden können. Mit Hilfe dieser Flugdaten werde das Luftlagebild erstellt.
Der Mitteilung zufolge betragen die Investitionen rund 4,5 Millionen Euro. Nach Fertigstellung der Neubauten
im Jahr 2010 werden die Dienst- und Arbeitsbedingungen der rund 30 Bundeswehrangehörigen in Tempelhof deutlich verbessert sein.
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Quelle: Berliner Morgenpost (11.04.2009)



09.04.2009
• Kanzler-Airport für die Regierung
BERLIN - Die Bundeshauptstadt erhält auf dem künftigen Zentralflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld einen «Kanzler-Airport» mit Protokollbereich für Staatsgäste und das Bundeskabinett.
Das geht aus dem Liegenschaftsbericht des Bundes hervor, der dem Bundestag vorliegt. Außerdem wird ein Viertel der Flugbereitschaft, die auf dem Flughafen Köln-Bonn stationiert ist, zum BBI umziehen.
Die Gesamtkosten der regierungseigenen Anlagen werden mit 125 Millionen Euro veranschlagt.
Der «Kanzler-Airport» im Südwest-Teil des BBI soll mit der Fertigstellung des Zentralflughafens
im November 2011 in Betrieb gehen.

Der Protokollbereich wird deutlich größer werden als das bisher dafür genutzte Areal im militärischen Abschnitt des Berliner Flughafens Tegel. Dieser Bereich war 1998 für rund vier Millionen Euro ausdrücklich als Provisorium angelegt worden. Als Mittelpunkt der Anlage auf dem BBI ist ein eigenes Terminal mit einer Bruttogeschossfläche von 7700 Quadratmetern geplant.
Hier sollen Staatsgäste standesgemäß empfangen werden.
In der Ausschreibung des Architektenwettbewerbs heißt es dazu: «Der für das Auswärtige Amt zu errichtende Neubau des Empfangsgebäudes für Staatsgäste der Bundesrepublik Deutschland muss hohen repräsentativen Ansprüchen genügen.»
Auch wird verlangt, dass Umwelt- und Medientechnik auf dem neuesten Stand sind.
In dem Terminal, für das 19,5 Millionen Euro veranschlagt sind, werden auch die Mitglieder der Bundesregierung ihre Dienstreisen antreten. Dazu wird die Flugbereitschaft der Bundeswehr drei Hubschrauber, zwei «VIP-Versionen» des Airbusses sowie sechs Maschinen für Mittelstrecken vom Rhein nach Schönefeld verlegen.

Bisher müssen die Regierungsflugzeuge auf Anforderung immer erst von Köln-Bonn leer nach Berlin-Tegel fliegen und nach Ende des Auftrags ebenfalls leer dorthin zurückkehren. Einen Umzug der gesamten Flugbereitschaft auf den inzwischen geschlossenen Flughafen Tempelhof hatte die Bundesregierung abgelehnt.
Für die Stationierung der eigenen Regierungsflotte in Schönefeld werden Hangars, Rollfelder sowie die komplette Technik zur Betankung und Wartung errichtet. Wie die Berliner Flughafengesellschaft dazu mitteilte, wird der «Kanzler-Airport» von den Ämtern und Einrichtungen des Bundes in eigener Regie geplant, gebaut und finanziert. In die Einzelheiten der Regierungsbauten in Schönefeld wird die Flughafengesellschaft nicht eingeweiht sei.

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Quelle: NÜRNBERGER ZEITUNG / von Dirk W. Rockenmaier  (09.04.2009)
NZ
NÜRNBERGER ZEITUNG


09.04.2009
• Bundeswehr baut auf dem Flughafen Tempelhof
Auf dem Gelände des geschlossenen Berliner Flughafens Tempelhof investiert die Bundeswehr in Anlagen
rund um den noch immer arbeitenden Radarturm.
Wie es in einer Mitteilung am Donnerstag heißt, entstehen ein Dienst- und Versorgungsgebäude
sowie ein Wachgebäude für die Luftwaffe. Die Neubauten sollen im kommenden Jahr fertig sein.
Die Bundeswehr investiert nach eigenen Angaben 4,5 Millionen Euro.  Der 70 Meter hohen Radarturm in Tempelhof, das Wahrzeichen des Flughafens, war 1981 errichtet worden. 1993 übernahm ihn die Bundeswehr
von den Amerikanern.
Von dort überwacht die Bundeswehr den Luftraum in einem Umkreis von 350 Kilometern. Die Daten
werden auch der zivilen Luftfahrt zur Verfügung gestellt.
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Quelle: rbb online  (09.04.2009)

 

24.03.2009
• Flughafen soll Teil des Weltkulturerbes werden / Ziel offenbar begrenzte Wiederinbetriebnahme
Weltkulturerbeliste der Unesco einsetzen - und damit - so die natürliche Voraussetzung – keine Veränderungen am Areal vornehmen, fordern die Initiatoren. "Unser Ziel ist nicht der Verkehrsflughafen, wie er 2008 im ICAT Volksentscheid abgestimmt wurde“, so Sprecher Volker Perplies. „Mit dem Bürgerbegehren wollen wir Tempelhof zunächst einmal in der Form erhalten, wie diesen Ort 85 Jahre Geschichte geprägt haben. In diesem Rahmen sind zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten - auch gleichzeitig – denkbar.“ Darunter jedoch offenbar auch eine begrenzte Wiederinbetriebnahme. So heißt es im Text der Bezirks-Begehrens: „Die Nutzung soll sich schwerpunktmäßig auf eine Funktion als Regierungs-, Rettungs- und Ausweichflughafen konzentrieren.“
Beobachter hatten von Beginn an vermutet, den Initiatoren gehe es vor allem darum, eine anderweitige Nutzung und damit vollendete Tatsachen für die Zukunft des Flugfeldes zu verhindern. Immerhin plant der Senat im Rahmen der von der Staatsentwicklungsverwaltung angestrebten Nutzung auch den Bau von Wohnhäusern auf dem Tempelhofer Feld.
Zudem soll eine großangelegte Landschaftsarchitektur-Ausstellung auf dem Areal veranstaltet werden,
kündigte die zuständige Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) vor wenigen Monaten an.
Dabei stehen die Zeichen gegenwärtig nicht schlecht für die Tempelhof-Befürworter. Erst in der vergangenen Woche hatte die Debatte um Altmunition in Tegel den Senat in seiner Schließungsentscheidung erneut unter Druck gebracht. Vor allem lastet die einsame Vermietungsentscheidung für die Modemesse „Bread & Butter“ des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) auf der Landesregierung. Eine Entwicklung, die offenbar auch das Aktionsbündnis bemerkt hat. „Für uns ist vor allem wichtig, daß Tempelhof als ganzes und authentisch erhalten wird. Im Rahmen des Calls for Ideas haben wir dazu eine Fülle von Vorschlägen gemacht“, so die Organisation am vergangenen Sonntag in einer Presseerklärung. Genau diesen, von Junge-Reyer ausgerufenen „Call for Ideas“ hatte Wowereit mit seiner umstrittenen Vermietung jedoch ins Leere laufen lassen und soll der Senatorin mittlerweile ganz offen die Kompetenzen für die Neugestaltung des Tempelhofer Feldes entzogen haben. Ein Zustand, der die prompte Empörung der Opposition regelrecht bestellt hat. Diese fordert die Offenlegung des Mietvertrages im Hauptausschuß des Abgeordnetenhauses, was die Landesregierung mit
Verweis auf, wie es heißt, privatrechtliche Gründe ablehnt.

Für den Bürgerentscheid müssen nun mindestens 37.000 Tempelhofer und Schöneberger an die Wahlurnen gehen. Im Gegensatz zum Berlin-weiten Volksentscheid vor einem Jahr dürfte diese Zahl leichter zu erreichen sein, findet die Abstimmung doch parallel zur EU-Parlamentswahl und zudem im unmittelbar von der Schließung betroffenen Bezirk statt. Juristisch bindend ist das Ergebnis für die Landesregierung nicht. Die massiv gezeigte Aufregung nach der SpreeMedia-Entscheidung in Friedrichshain-Kreuzberg hat jedoch deutlich gemacht, das bezirkliche Entscheide ihre zumindest politische Wirkung nicht verfehlen. Und auch Wowereit hatte erst zu Jahresbeginn auf einer Pressekonferenz deutlich gemacht, daß der letztjährige Tempelhof-Volksentscheid zu den wenigen Fragen gehörte, bei denen er keine Gelassenheit mehr empfand. Aus Sicht des Regierenden Bürgermeisters wäre ein anderes Ergebnis als das Scheitern „verheerend gewesen“. Für Die Tempelhof-Befürworter dürfte diese Offenheit eher ein Ansporn sein.
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Quelle: Berliner Umschau / Martin Müller Mertens  (24.03.2009)
Berliner Umschau
 

24.03.2009
• Flughafen-Initiative: Erster Bürgerentscheid in Tempelhof-Schöneberg!
Das Aktionsbündnis be-4-Tempelhof.de hat sein Anfang Oktober gestartetes Bürgerbegehren
"Das Denkmal Flughafen Tempelhof erhalten - Weltkulturerbe schützen" erfolgreich abgeschlossen.
Die Initiatoren, die für die Erhaltung der Flughafenanlage bei eingeschränktem Flugverkehr kämpfen,
sammelten innerhalb von fünf Monaten 10 417 Unterschriften, wovon das Bezirkswahlamt 7733 für
gültig erklärte. Damit kommt es in Tempelhof-Schöneberg am 7. Juni zum ersten Bürgerentscheid im Bezirk.
Volker Perplies, Vertrauensmann des Aktionsbündnisses, begrüßte gestern, dass die Bezirksverordneten-Versammlung als Termin für den Bürgerentscheid den Tag der Europawahl festlegte, da dann mehr Wähler mobilisiert würden. Erreichen will das Bündnis, dass sich der Bezirk für den Weltkulturerbestatus des Flughafens und die Ausdehnung des Denkmalschutzes auch auf die Freiflächen und Start- und Landebahnen einsetzt. Geschützt werden müsse auch die Funktion des Flughafens, sagte Perplies.
Das Bündnis will, dass Tempelhof Rettungs-, Regierungs- und Ausweichflughafen wird.
Zum gleichen Thema schiebt das Bündnis parallel auch ein Volksbegehren an.
Der Bürgerentscheid ist erfolgreich, wenn sich daran 15 Prozent der zur Bezirksverordneten-Versammlung wahlberechtigten Tempelhof-Schöneberger beteiligen und die Mehrheit für das Anliegen des Bürgerentscheids stimmt. Für ein Bürgerbegehren, die Vorstufe des Bürgerentscheids, sind mindestens drei Prozent der Wahlberechtigten zur BVV nötig. Das sind in Tempelhof-Schöneberg 7496 Stimmen.
Wahlberechtigt sind 249 862 im Bezirk wohnende Deutsche und EU-Bürger ab 16 Jahren.
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Quelle: Berliner Morgenpost von Katrin Schoelkopf (24.03.2009)

 

23.03.2009
• Tempelhof: Weitere Abstimmungen geplant
Über den stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof soll es weitere Bürgerentscheide geben.
Das Aktionsbündnis "be-4-Tempelhof" hat nach eigenen Angaben genügend Unterschriften gesammelt.
Die Initiatoren teilten am Montag mit, das gesamte Flughafenareal solle unter Denkmalschutz
gestellt werden.
Die erste Abstimmung werde Anfang Juni im Bezirk Tempelhof-Schöneberg stattfinden, hieß es.
Allerdings ist der Bürgerentscheid für den Senat nicht bindend. Zugleich kündigte das Aktionsbündnis ein berlinweites Volksbegehren in wenigen Wochen an. Dann sollen alle Berliner über Tempelhof als Denkmal entscheiden.
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Quelle: rbb online  (23.03.2009)


 

23.03.2009
• Tempelhof-Schöneberg vor dem ersten Bürgerentscheid"
Das Bürgerbegehren mit dem Titel "Den Flughafen Tempelhof erhalten, als Weltkulturerbe schützen" wurde erfolgreich beendet. Auf einer Pressekonferenz am Flughafen Tempelhof gaben die drei Vertrauensleute des Aktionsbündnisses heute das Ergebnis bekannt und stellten ihre weiteren Planungen vor.

"Beim Wahlleiter wurden insgesamt 10.417 Unterschriften abgegebenen – davon wurden insgesamt 7733 Stimmen als gültig bestätigt“ so Andreas Donati vom Aktionsbündnis be-4-tempelhof.de.
Am 18. März 2009 hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin gemäß § 45 Abs 3 und 4 BezVG festgestellt, dass das Bürgerbegehren "Das Denkmal Flughafen Tempelhof erhalten - als Weltkulturerbe schützen" zustande gekommen ist.
Inzwischen wurde auf der letzten Bezirksverordnetensitzung (BVV-Sitzung) am 18.März 2009 beschlossen, dass es am 07. Juni 2009 zum ersten Bürgerentscheid in Tempelhof-Schöneberg kommt.
Ziel des Bürgerbegehrens ist der Erhalt des Flughafens Tempelhof in seiner Gesamtheit, eine Erweiterung des Denkmalschutzes auf die Gesamtanlage und eine zukünftige Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe.
Volker Perplies, vom Aktionsbündnis: "Unser Ziel ist NICHT der Verkehrsflughafen, wie er 2008 im ICAT Volksentscheid abgestimmt wurde. Mit dem Bürgerbegehren wollen wir Tempelhof zunächst einmal in der Form erhalten, wie diesen Ort 85 Jahre Geschichte geprägt haben. In diesem Rahmen sind zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten - auch gleichzeitig - denkbar.
Für uns ist vor allem wichtig, daß Tempelhof als ganzes und authentisch erhalten wird. Im Rahmen des Calls for Ideas haben wir dazu eine Fülle von Vorschlägen gemacht. "
Für die kommenden Wochen kündigt das Aktionsbündnis die Einreichung eines neuen Volksbegehrens an. Wir habe inzwischen über 90% der notwendigen Unterschriften zusammen.
Michael Paul: "Thema wird auch hier der Erhalt des Flughafens als Weltkulturerbe analog zum Bürgerbegehren sein. Außerdem werden wir das Volksbegehren nutzen, um endlich Transparenz in die Senatspolitik zu bringen. Mit Regelungen zur Akteneinsicht, zum Verbot von Aufsichtsratsmandaten und der Offenlegung von Einkünften bei Senatsmitgliedern wird unser Volksbegehren ein Meilenstein in Sachen demokratischer Kultur sein."
"Bürger- und Volksbegehren bieten die große Chance, die verfahrene Situation in Tempelhof endlich auf einen vernünftigen und konsensfähigen Weg zu bringen. Tempelhof war für Klaus Wowereit bisher ein politisches Fiasko. Wir reichen ihm hiermit noch einmal die Hand für einen politischen Kompromiss. Wir werden aber auch sehr deutlich zeigen, was die Wähler wollen. So wie es bisher lief, kann es nicht weiter gehen."
Das Aktionsbündnis appelliert deshalb an alle Berlinerinnen und Berliner, Tempelhof als herausragendes Denkmal
zu erhalten und den Bürgerentscheid als auch die Unterschriftensammlung zum neuen Volksentscheid zu unterstützen.
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Quelle: openPR (23.03.2009)

 

07.03.2009
• In die letzte Runde geht..."Denkmal Tempelhof erhalten!"
Mit der Abgabe von mehr als 200 weiteren Stimmen, geht das Bürgerbegehren "Das Denkmal Flughafen Tempelhof zu erhalten", in die letzte Runde. Dieses sieht vor den Flughafen Tempelhof weiterhin der Luftfahrt zu widmen und als Weltkulturerbe der Unesco dauerhaft zu schützen.
Wie die Vertrauensperson und Mitinitiator Andreas Donati am Dienstag mitteilte, sind laut Büro des Bezirkswahlamtsleiter von Tempelhof-Schöneberg, bereits 6359 von den erforderlichen 7500 Stimmen gültig abgegeben worden (Stand 26.2.2009).
Auch kommenden Sonnabend, sind wieder alle fleißigen Unterstützer im Bezirk unterwegs, um die noch fehlenden Unterschriften zu sammeln. Gleichzeitig ruft das Aktionsbündnis "be-4-tempelhof.de" dazu auf die jetzt noch
nicht abgegebene Unterschriftenlisten zurück zu senden. Weitere Informationen unter
"www.volksentscheid-berlin.de" oder (0178) 135 23 16.
Bei Erreichen der notwendigen Stimmenzahl ist die Bezirksverordnetenversammlung aufgefordert, sich den Zielen des Bürgerbegehrens anzuschließen. Bei Zurückweisung käme es zu einem Bürgerentscheid. Dann bekämen die Tempelhof-Schöneberger die Möglichkeit, die Entscheidung der BVV zu ersetzen.
Alle bisherigen Planungen des Senats, werden diesem historischem Ort nicht gerecht, so Donati.
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Quelle: Berliner Abendblatt / Ingo Heine (07.03.2009)

 

03.03.2009
• FORSA-Umfrage: Wenig Verständnis für Wowereit
Wowereits Entscheidungen zu Pro Reli und Tempelhof werden von den Berlinern mehrheitlich abgelehnt.

Immer weniger Berliner sind mit den Beschlüssen des rot-roten Senats einverstanden. Selbst die Anhänger der Regierungsparteien SPD und Linke können die jüngsten Entscheidungen des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) etwa zur Nachnutzung des Flughafens-Areals Tempelhof mehrheitlich nicht mittragen. So das Ergebnis einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung.

Die Frage, ob der Senat für die Entwicklung von Tempelhof die richtigen Konzepte habe, bejahen nur 17 Prozent der Berliner. 68 Prozent geben an, diesen Eindruck nicht zu haben. Erschreckend für Wowereit: Mehr als die Hälfte der Anhänger der SPD (55 Prozent) und der Linken (59 Prozent) sind der Meinung, dass der rot-rote Senat hier nicht die richtigen Konzepte habe.

74 Prozent der Berliner lehnen Wowereits einsame Entscheidung, den Flughafen Tempelhof an die Modemesse „Bread & Butter“ zu vermieten, rundweg ab – nur 17 Prozent der Befragten finden diese Vermietung richtig. Auch hier lehnen 67 Prozent der SPD- und 72 Prozent der Linke-Anhänger Wowereits Entscheidung ab.

Keine Mehrheit findet der rot-rote Senat auch mit seiner Entscheidung, den Volksentscheid über den Religionsunterricht an Schulen auf den 26. April festzusetzen, also nicht zeitgleich mit der Europa-Wahl am 7. Juni durchzuführen. Nur 34 Prozent der Befragten finden die Entscheidung richtig, 58 Prozent lehnen sie ab. Wiederum lehnt auch die Mehrheit der befragten SPD-Anhänger, nämlich 53 Prozent, Wowereits Festlegung ab, nur 39 Prozent stimmen ihm in diesem Punkt zu.

Einziger Lichtblick für Wowereit: Bei der, welche Partei mit den Problemen Berlins am besten fertig werde, liegt die SPD weiter vorn - mit 18 Prozent deutlich vor CDU (10 Prozent) und Linke (vier Prozent). Allerdings trauen 61 Prozent der Befragten keiner Partei die nötige politische Kompetenz zu.

Wäre am Sonntag Abgeordnetenhauswahl, hätte Rot-Rot keine Mehrheit mehr. Die SPD käme noch auf 27 Prozent der Stimmen – ein Prozent weniger als im Vormonat, die Linke auf 15 Prozent. Die Oppositionsparteien CDU (21 Prozent), Grüne (16 Prozent) und FDP (14 Prozent) hätten zusammen neun Prozentpunkte mehr als Rot-Rot. Während die CDU zwei Prozent und die Grünen ein Prozent im Vormonatsvergleich verlieren, können die Liberalen einen satten Stimmenzuwachs von vier Prozent verzeichnen. Forsa befragte 1 001 Berliner.
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Quelle: BZ / FORSA (03.03.2009)

 

25.02.2009
• Tempelhof-Freunde gründen eigene Partei
Berlin (dpa/bb) - Die Freunde des geschlossenen Flughafens Tempelhof haben eine Partei gegründet und wollen bei Wahlen zum Abgeordnetenhaus, zum Bundestag und zum Europaparlament antreten. «Tempelhof Partei - Direkte Demokratie findet jetzt statt», heißt der vollständige Name des Zusammenschlusses, der insbesondere die Hürden für Volksentscheide senken will. «Wir verstehen uns auch als Protestpartei», heißt es im Parteiprogramm, das am Mittwoch verbreitet wurde.
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Quelle: Welt online / dpa/BB (25.02.2009)

 

14.02.2009
• Tempelhof-Mieter droht die Insolvenz
(Artikel gekürzt)
Der stillgelegte Flughafen Tempelhof hat einen neuen Nutzer, die Modemesse Bread & Butter. Doch was wird aus den vorhandenen Mietern? Ende des Jahres laufen die Verträge aus. Mehr als 1000 Arbeitsplätze stehen vor dem möglichen Aus.

Der Mietvertrag zwischen dem Land Berlin und der Modemesse "Bread & Butter" für den Flughafen Tempelhof droht, vorhandene Mieter der Hangars ins existenzielle Aus zu befördern. "Sollten wir am Standort Tempelhof nicht mehr fortbestehen, würde ein solides Unternehmen ruiniert, welches 1,47 Millionen Euro Steuergelder generiert und an dem 1020 Arbeitsplätze in Berlin hängen", sagte gestern der Geschäftsführer der Event Center Tempelhof (ECT) Airport GmbH; Andreas Grunszky.
Zum Ende dieses Jahres endet wahrscheinlich der Kontrakt mit der ECT - sollte es nicht noch eine Verständigung mit der Berliner Immobilien Managementgesellschaft (BIM) über eine Fortsetzung geben. Grunszky machte aber schon klar, dass das Angebot einer Nutzung über nur zehn Monate "nicht tragfähig" sei. Er müsse seine Mitarbeiter zwölf Monate beschäftigen, daher benötige er auch die gesamte Zeit des Jahres den Hangar. Wie berichtet, hat die Modemesse die Hangars des Flughafens Tempelhof für zehn Jahres gemietet, nutzt sie aber nur für zwei Monate im Jahr.
Um den volkswirtschaftlichen Nutzen seines Engagements am Standort deutlich zu machen, gab Grunszky eine Studie der Unternehmensberatung ghh consult in Auftrag. Danach haben die 63 Veranstaltungen der ECT im Jahr 2007 - Messen, Feiern, Kongresse, Dreharbeiten - rund 73.000 Personen nach Tempelhof gebracht. Durch ihren Aufenthalt in der Stadt erwirtschafteten sie einen Gesamterlös von 48,9 Millionen Euro in Hotellerie, Transportwesen und Einzelhandel.
In den kommenden Jahren könnte der Umsatz erheblich steigen, wenn die ECT, wie geplant, neben ihrem Hangar 2 auch noch den benachbarten Hangar 1 betreiben würde. Dann könnte man Veranstaltungen und Filmarbeiten noch besser koordinieren. Auch eine Kooperation mit dem Alliiertenmuseum sei bereits vereinbart worden.
Diese Idee hatte Grunszky schon 2003. Die Finanzierung stand, der Bauvorbescheid zum Umbau war da, doch Berlin wollte wegen der unklaren Zukunftsaussichten des Flughafens nicht längerfristig vermieten. Mit dem Konzept habe er sich, so Grunszky, auch beim Call for Ideas beworben, darauf verwiesen auch alle Ansprechpartner aus der Stadtentwicklungsverwaltung und der BIM. "Aber nach der Schließung des Flughafens gab es keine konkreten Gespräche", sagte der ECT-Geschäftsführer. (...)
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Quelle: Berliner Morgenpost von Stefan Schulz (14.02.2008)

 

07.02.2009
• Wowereit völlig abgehoben
Nie war Berlins Regierender Klaus Wowereit (55, SPD) so umstritten, nie so abgehoben wie jetzt!
Die Berliner SPD dümpelt derzeit bei 28 Prozent. Laut Forsa-Umfrage finden 64 Prozent der Berliner, dass sich Wowereit nicht genügend um ihre Sorgen und Ängste kümmert. 49 Prozent halten ihn für „selbstherrlich“. Was seine Hauptstadt denkt – ihm egal? BILD dokumentiert seine Alleingänge, seine Höhenflüge.

FLUGHAFEN TEMPELHOF
Abflughalle, 7 Hangars und das Vorfeld vermietet Wowereit in den nächsten 10 Jahren jeweils für zwei Monate/Jahr an die Modemesse „Bread & Butter“. 72 Prozent der Berliner halten das für falsch. Alte Mieter und Interessenten für eine dauerhafte Nutzung, z. B. das Filmstudio Babelsberg sind verärgert.
Auch die Berliner Wirtschaft. Sie kritisiert den Regierenden in einem Brandbrief. „So wird der Standort Berlin bei Investoren unbeliebt gemacht. Die Art und Weise der Vergabe schadet dem Wirtschaftsstandort Berlin“, so IHK-Chef Eric Schweitzer (43).
• Dienstleistungs-Papst Olaf Piepenbrock (40, 2000 Beschäftigte): „Sollte hierdurch eine nachhaltige und langfristige Nutzung des Flughafens mit besseren Konditionen verhindert werden, verschenkt Berlin bares Geld.“

PRO RELI
265 823 Berliner haben für Pro Reli unterschrieben. Jetzt gibt‘s Streit um den Termin für den Volksentscheid! Statt ihn mit der Europawahl am 7. Juni zusammenzulegen, will ihn Wowereit am 26. April stattfinden lassen. Würde 1,4 Mio. Euro mehr kosten, weniger Menschen an die Urnen bringen, die nötigen 610 000 Stimmen gefährden. Was Wowereit offenbar recht wäre. Für viele ist er deshalb ein Trickser.
Sein überheblicher Kommentar dazu: „Ich bin kein Trickser, ich bin die Regierung!“
Kritik hagelt es trotzdem: Stephan J. Kramer (40), Generalsekretär des Zentralrats der Juden: „Pro Reli auf diese Art zu torpedieren, ist nicht im Sinn der Wähler.“

BERLINALE
Das „Who is who“ der Filmwelt trifft sich zum Berlinale-Auftakt in Berlin – der Regierende fehlt, feiert lieber den 60. Geburtstag von Kurt Beck (SPD) im pfälzischen Landau.
• Berlinale-Anwalt Professor Peter Raue (68) enttäuscht: „Wäre ich Regierender, hätte ich anders gehandelt. Er ist Repräsentant der Stadt und sollte dabei sein.“

KUNSTHALLE
Auch als Kultursenator mag Klaus Wowereit Alleingänge. Drei Investoren hatten sich um den Bau einer Kunsthalle am Hauptbahnhof beworben. Alle sprangen ab. Auch Kunstsammler Nicolas Berggruen (47). Er kritisierte: „Berlin bewegt sich sehr vorsichtig, sehr bürokratisch. Darunter leiden große Visionen.“ Ist Wowereit wurst! „Dann bauen wir eben selbst“, ließ er über seinen Kultursprecher verkünden.
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Quelle: Bild online / von C. von Duehren (07.02.2009)

 

06.02.2009
• Tempelhof-Anteile: Bund fordert höheren Kaufpreis
Berlin muss sich auf höhere Forderungen des Bundes für seine Anteile am Flughafen einstellen.
Der Vorstandschef der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Dirk Kühnau, sagte der „Berliner Zeitung“ (Mittwochausgabe), die Flächen des Flughafens seien mehr wert als die rund 40 Millionen Euro, die in einem Wertgutachten durch den Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin ermittelt worden seien. Es werde daher Mehrforderungen des Bundes in einstelliger Millionenhöhe geben. Dem Bund gehören 83 Prozent des Airportgebäudes und etwa 53 Prozent des übrigen Areals.
Der Abschluss des Mietvertrags mit der Modemesse Bread and Butter wird derweil vom Bund akzeptiert. „Wir haben keine Einwände“, versicherte Kühnau. Er kritisierte jedoch, dass er erst sehr spät über die geplante Vergabe informiert wurde. Da das Land Berlin die Anteile des Bundes am Flughafen Tempelhof erwerben wolle und damit künftig alleiniger Eigentümer werde, habe seine Behörde die Entscheidung für die Modemesse aber akzeptiert.
Der Vorsitzende des Bundestags-Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP), kritisierte das Verhalten des Landes Berlin und sagte, wenn das Geschäft einen finanziellen Schaden für den Bund nach sich ziehe, müsse das Land Berlin dafür geradestehen.
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Quelle: BZ (06.02.2009)



03.02.2009

• Tempelhof-Befürworter wollen Neuwahlen
Die Befürworter des Flughafens Tempelhof haben ein Volksbegehren für Neuwahlen in Berlin gestartet. Ziel sei es, den rot-roten Senat vor der nächsten Abgeordnetenhauswahl abzulösen, teilte der Verein "Das Thema Tempelhof" am Dienstag mit.
Der Verein begründet seine Initiative damit, dass der Senat die erst 2006 geschaffenen direktdemokratischen Verfassungselemente wie Volksbegehren und Volksentscheid "politisch diskreditiert" und in den zentralen Politikfeldern Bildung, Kultur, Wirtschaft, Arbeit und Haushalt "eklatant versagt" habe.
Zudem kritisierte der Vereinsvorsitzende Wolfgang Przewieslik das "selbstherrliche Verhalten" des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD). In den nächsten sechs Monaten will der Verein mindestens 50.000 Unterschriften sammeln.
Zuletzt gab es Kritik an Wowereits Entscheidung, große Teile des geschlossenen Airports an die Modemesse "Bread & Butter" zu vermieten. Sie will sämtliche Hangars, das Vorfeld und die Haupthalle zwei Mal jährlich für jeweils einen Monat anmieten. Eine dauerhafte Nutzung der Hangars durch andere ist damit weitgehend ausgeschlossen.
Wowereit verteidigte seine Entscheidung am Dienstag zum wiederholten Mal. Die Ansiedelung von "Bread & Butter" sei wirtschaftlich hoch zu bewerten, sagte er nach der Senatssitzung. In Barcelona habe die Veranstaltung zuletzt mehr als 80.000 Besucher und 800 Aussteller gehabt. Zudem habe sich Berlin mit seiner Offerte gegen andere Bewerber wie Mailand oder Paris durchgesetzt.
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Quelle: rbb online  (03.02.2009)

 

31.01.2009
• Tempelhof: Ärger über Modemesse als Großmieter
Nach den Filmbetrieben Berlin Brandenburg (FBB) hat jetzt auch der Vize-Direktor des Deutschen Technikmuseums, Holger Steinle, das Verfahren des Senats zur Vermarktung des Flughafens Tempelhof scharf kritisiert. Steinle hatte sich gemeinsam mit der Berlin Brandenburg Aerospace Allianz (BBAA) mit dem Projekt Themenpark Luftfahrt am "Call for Ideas" beteiligt und auf die von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher angekündigte Auswertung dieses Investorenfindungsverfahren im März gewartet.

Die Entscheidung des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) und der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), alle sieben Hangars, die Vorfeldfläche und die Haupthalle zehn Jahre lang an die Modemesse Bread&Butter für jeweils zwei Monate pro Jahr zu vermieten, nannte Steinle gestern eine "Hopplahopp-Entscheidung". Diese mache nicht nur das Projekt der Filmbetriebe Berlin Brandenburg, sondern auch den Themenpark Luftfahrt zunichte. "Wir fühlen uns veräppelt. Erst macht die Senatsbaudirektorin eine große Konferenz zur Nachnutzung, unsere Idee wird begrüßt, und nun wird sie mit einem Schlag durch die Bread&Butter-Entscheidung zunichte gemacht", so Steinle.
Der Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung der regionalen Luft- und Raumfahrtbranche BBAA, Wolf Schöde, nannte das Verfahren "unfair" und "intransparent". Auch die Filmbetriebe hatten im Gespräch mit dieser Zeitung gesagt, dass die Entscheidung für die Bread&Butter ihr Projekt eines internationalen Film- und Kreativzentrums im gesamten Flughafengebäude lahm lege. FBB-Chef Carl Woebken nannte den "Call for ideas" "eine Nebelbombe" und die "größte Farce der Nachkriegszeit".
Franziska Eichstädt-Bohlig, Fraktionschefin der Grünen, wirft dem Senat ein "plan- und zielloses Vorgehen bei der Nachnutzung des Flughafens" vor. Es sei zwar erfreulich, wenn die Bread&Butter nach Berlin zurückkehre, der Zehnjahresvertrag, den der Senat mit der Modemesse aber geschlossen habe, verhindere eine sinnvolle und permanente Nutzung der Hangars, der Haupthalle und des Flugvorfelds. "Ein kluger Hauswirt hätte sich erst um eine Dauernutzung bemüht. Im Falle Tempelhof gibt es Interesse daran von den Filmstudios Babelsberg und dem Alliiertenmuseum", so Eichstädt-Bohlig.
Der Direktor des Alliiertenmuseums, Helmut Trotnow, zeigte sich dagegen gestern zuversichtlich, mit seinem Museum von der Clayallee auf den Flughafen Tempelhof ziehen zu können. Nicht nur habe der Regierende Bürgermeister die Umzugspläne vor knapp zwei Wochen "eine hervorragende Idee" genannt, auch ein gestriges Gespräch mit der Berliner Immobilienmanagement stimme ihn optimistisch. Sie habe zugesagt, dass das bereits bestehende Museumsdepot, das derzeit im Hangar 1 beheimatet ist, am Flughafen bleiben könne. Ob weiterhin im Hangar 1 oder im Hinblick auf den Museumsumzug an anderer, besserer Stelle, sei noch nicht geklärt.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), die an der Entscheidung für die Bread&Butter beteiligt war, sieht darin "zumindest eine Vorentscheidung für eine wirtschaftliche, tragfähige Vermietung des Gebäudes". Die kommerzielle Nutzung durch die Bread&Butter habe eine Ankerfunktion für weitere Mieter. Auf die Kaufverhandlungen mit dem Land Berlin über die Bundesanteile am Flughafen wird die Bread&Butter-Entscheidung jedenfalls keine Rolle spielen, sagte BIMA-Vorstand Dirk Kühnau. Das Gutachten, das 40 Millionen Euro als Kaufpreis ermittelt habe, werde dadurch nicht relativiert.
Unverständnis zeigte Kühnau für die Verärgerung der Filmbetriebe, die die Vergabe an die Bread&Butter trotz des laufenden Call for Ideas juristisch prüfen lassen wollen. "Der Call for Ideas hat keine Rechtsbindung", so Kühnau.
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Quelle: Welt online / von Katrin Schoelkopf (31.01.2009)

 

30.01.2009
• Technikmuseum erhält Kündigung für Hangar in Tempelhof
Berlin (ddp-bln) Das Deutsche Technikmuseum ist das erste prominente Opfer des Umzugs der Modemesse «Bread & Butter» auf das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof.

Berlin (ddp-bln). Das Deutsche Technikmuseum ist das erste prominente Opfer des Umzugs der Modemesse «Bread & Butter» auf das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Die Berliner Immobilienmanagementgesellschaft (BIM) habe den Mietvertrag für einen Hangar zum 31. März dieses Jahres gekündigt, berichtet die «Berliner Zeitung» (Samstagausgabe). Er sei «entsetzt» über die Entscheidung, sagte der Leiter der Luftfahrtabteilung des Museums, Holger Steinle. Er fügte hinzu: «Im Moment wissen wir nicht, wohin.»
Im Hangar 4 in Tempelhof, den das Museum nutzt, stehen nach Angaben der Zeitung mehrere Flugzeuge, darunter im Winter ein Rosinenbomber. Er habe die Kündigung kurz vor Weihnachten «per Einschreiben mit Rückschein» bekommen, sagte Steinle.
Die Messe «Bread & Butter» wird in den nächsten zehn Jahren sämtliche Hangars, das Vorfeld und die Haupthalle zwei Mal jährlich für jeweils einen Monat anmieten. Eine dauerhafte Nutzung der Hangars durch andere ist damit ausgeschlossen. Steinle sagte, er hoffe darauf, dass es noch ein Hintertürchen für einen Verbleib des Technikmuseums in Tempelhof gibt.
ddp/chs/muc
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Quelle: Ad HOC NEWS (30.01.2009)
AD HOC NEWS
 

24.01.2009
• Das Rotlichtviertel ist Schwachsinn
Sie hat sich auf alles eingestellt. „Ich habe zwar einen Schirm dabei“, sagt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher auf dem Podium am Donnerstagabend, „und bin froh, dass ich noch nicht mit Eiern oder Tomaten beworfen wurde.“ Nur wenige lachen, die Stimmung in der Haupthalle des ehemaligen Flughafens Tempelhof ist gespannt. Mehrere hundert Zuhörer sind gekommen, um mit dem Senat die ersten Ergebnisse für den städtebaulichen Ideenwettbewerb zu diskutieren.
Regula Lüscher hat starken Gegenwind erwartet und gleich zu Beginn klargestellt, niemand habe die Absicht, in Tempelhof ein Rotlichtquartier zu errichten. „Diese Idee ist Schwachsinn“. Dass die Planer mit ihrem Vorschlag, den Columbiadamm zu einem Vergnügungsviertel inklusive China-Town, Klein-Venedig und Sex-Meile zu entwickeln, trotzdem in die zweite Runde des Wettbewerbs gekommen sind, erklärte die Senatsbaudirektorin so: „Planen heißt, laut denken.“ Wenn am Ende des Prozesses klar sei, was man nicht wolle, sei das doch auch ein gutes Ergebnis.
Ein Rotlichtviertel will an diesem Abend keiner. Erstaunlicherweise spricht sich aber auch niemand mehr für den Flughafen aus. Stattdessen fordern die Nachbarn, Planer, Vertreter von Bürgerinitiativen und Politiker im Plenum, sich bei der Entwicklung Zeit zu lassen. Auch das Wort „Moratorium“ fällt öfter – also alle Planungen ruhen und die Bevölkerung, quasi durch Ausprobieren, entscheiden zu lassen, wie sie die neu gewonnene Freifläche nutzen möchte.
Bei den vorgestellten Plänen zur Entwicklung von einem Neubaugebiet am Columbiadamm kritisieren Anwohner, dass hier nicht „klar ist, ob es für die vielen Häuser überhaupt einen Bedarf gibt“. Ein Redner fürchtet, am Nordrand des ehemaligen Flugfeldes könne ein „Märkisches Viertel mit Goldrand“ entstehen. Eine Eventfläche taucht in den Beiträgen auf, für Popkonzerte, Sportereignisse oder sogar einen dauerhaften Jahrmarkt. Ob denn die Senatsbaudirektorin sich mit den Plänen für Wohnquartiere ein Denkmal setzen wolle, wird sie gefragt.
Regula Lüscher nimmt’s gelassen: „Ein Denkmal will ich nicht bauen, denn das ist ja schon da“ – das Terminalgebäude. Sie sehe sich durch die vielen Wortmeldungen und mitunter energisch vorgetragenen Meinungen bestätigt, sagt sie: „Wir wollen, wie Sie, den ehemaligen Flughafen behutsam entwickeln, das Gelände Stück für Stück öffnen.“ Zwischennutzer sowie die 2017 hier geplante Gartenausstellung sollen Wege zeigen, was am Ende entsteht. Nach einer Ära, in der die Berliner fertige Stadtmodelle vorgesetzt bekamen, ist das ein neuer Kurs. Dennoch ist nach diesem Abend klar: Die große Idee für Tempelhof fehlt noch.
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Quelle: Tagesspiegel online / von Matthias Oloew (20.12.2008)

 

14.01.2009
• Senat hat Berliner bei Tempelhof-Kosten getäuscht
Die FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus wirft dem rot-roten Senat "eine massive Täuschung der Bürger" bei den Angaben zum Kostendefizit des Flughafens Tempelhof vor und erwägt, einen Untersuchungsausschuss zu beantragen. Was mittlerweile an Kosten für Verwaltung, Betrieb und Instandhaltung des geschlossenen Flughafens sukzessive ans Licht gekommen sei, stimme überhaupt nicht mit den Angaben und Versprechen des Senats vor dem Volksentscheid über die Schließung des City-Airports überein, sagte FDP-Fraktionschef Martin Lindner gestern. Die Kosten für den geschlossenen Flughafen fielen wesentlich höher aus, als wenn der Flugbetrieb weitergeführt worden wäre.
Lindner führt als Beleg Angaben des Senats sowie der rot-roten Koalitionsfraktionen und der Grünen in der amtlichen Information zum Volksentscheid am 27. April 2008 an. Diese vergleicht er mit dem tatsächlichen Planungsstand für das Flughafengelände und dem aktuell geschätzten Defizit der zuständigen Berliner Immobilien Management GmbH (BIM). So hätten der Senat und die Koalitionsfraktionen vor dem Volksentscheid mit dem Kostenargument und der Belastung des Steuerzahlers durch den Flugbetrieb für die Schließung geworben.
Lindner erinnerte gestern nur an das auf Initiative von SPD-Chef Michael Müller gegründete "Bündnis für ein flugfreies Tempelhof", das unter anderem mit dem Slogan "Ick zahl doch nicht für'n Vip-Flughafen" für die Schließung warb. In der amtlichen Information hatte der Senat die Schließung unter anderem damit gerechtfertigt, dass "die jährlichen Verluste in Millionenhöhe für den Betrieb in Tempelhof entfielen". SPD, Linke und Grüne behaupteten, dass der Flugbetrieb die Steuerzahler jährlich gut 5,8 Millionen Euro und der Weiterbetrieb des Flughafen bis 2011 den Steuerzahler täglich 16 000 Euro - ohne Aufwendungen für den Unterhalt des Gebäudes - koste.
Nach den Angaben von BIM-Chef Sven Lemiss beträgt das Defizit in diesem Jahr nun schlimmstenfalls 14,2 Millionen Euro. Damit würde, Lindner zufolge, die tägliche Belastung des geschlossenen Flughafens für den Steuerzahler 38 500 Euro betragen. Alle aktuell vorliegenden Daten liefen darauf hinaus, dass die Unterhaltskosten für Tempelhof bis 2011 um 16,5 Millionen Euro höher liegen, als wenn Tempelhof bis dahin weiterbetrieben worden wäre, so der FDP-Fraktionschef. Sollte der Senat darüber im Voraus Bescheid gewusst haben, sei das "eine Täuschung der Bürger". "Wenn das nicht aufgeklärt wird, werde ich mit meinen Oppositionskollegen von CDU und Grünen die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses fordern", so Lindner. Einen Antrag der FDP, das Thema in der Aktuellen Stunde des Abgeordnetenhauses am Donnerstag zu diskutierten, lehnte der Ältestenrat des Abgeordnetenhauses gestern ab.
Die Grünen halten eine Aufklärung über die Kosten durch den Senat für sinnvoll, werden aber nicht einen Untersuchungsausschuss beantragen, sagte Grünen-Fraktions-Sprecherin Corinna Seide. Von Seiten der CDU hieß es gestern, dass die Zahlen der BIM zeigen würden, dass der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Berliner offenbar getäuscht habe. "Wir fordern Wowereit eindringlich auf, schnellstmöglich aufzuklären. Dann müssen wir erst gar nicht erst über einen Untersuchungsausschuss nachdenken", hieß es aus der CDU-Fraktion.
Um einen Untersuchungsausschuss zu beantragen, müssen ein Viertel aller Mitglieder des Abgeordnetenhauses dafür stimmen. Die Stimmen von FDP und CDU würden dafür ausreichen.
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Quelle: Welt online / von Katrin Schoelkopf (14.01.2009)

 

 

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